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DIE UNVERNUNFT DER GOTTLOSIGKEIT- Harun Yahya

DIE UNVERNUNFT DER GOTTLOSIGKEIT

Sehnen sie sich etwa nach der Gesellschaftsordnung der Ära der Unwissenheit zurück? Und wer ist ein besserer
Gesetzgeber als Allah für ein Volk, das fest im Glauben gegründet ist?
(Sure 5:50 - al-Ma'ida)


Bekanntwerden mit der ignoranten Gesellschaft

Die am deutlichsten hervortretende und zutiefst einverleibte Charaktereigenschaft der Mitglieder der ignoranten Gesellschaft ist ihre Abneigung dagegen, ein Bewusstsein von Allah zu entwickeln, und somit vermeiden es die Leute in diesem Zustand der Ignoranz einfach, den Geboten Gottes zu folgen, da sie ihre eigene Ethik und Denkweise entwickelten, die im Gegensatz zu all dem steht, was im Quran als rechtschaffen anerkannt ist. Der Quran, der die letzte göttliche Offenbarung in der Form eines heiligen Buchs ist, enthält alle Antworten auf alle möglichen Fragen, die sich jedem einzelnen Menschen im Lauf seines Lebens stellen mögen, er enthält die Schlüssel zu allen Erklärungen und Lösungen, deren der Mensch in jeder Hinsicht seines Lebens bedürfen mag.

Trotz des Vorhandenseins des Qurans - der einzigen unverfälschten Wegweisung zur Wahrheit für die Menschheit - verlassen die Leute in diesem Zustand der Ignoranz diese kostbare Quelle der Weisheit und folgen ihrem eigenen begrenzten Denkvermögen, um zu bestimmen, wie sie ihr Leben verbringen müssen, um den größtmöglichen Nutzen daraus zu ziehen. Aus dieser Sicht betrachtet, ist die Mentalität solch einer Gesellschaft bestimmt von Ignoranz geprägt, wenn man sie mit der idealen Mentalität vergleicht, die vom Quran projiziert wird. In den folgenden Kapiteln dieses Buchs werden wir die, von der ignoranten Gesellschaft bevorzugte Lebensweise, noch gründlicher untersuchen, um uns ein besseres Verständnis davon zu gewinnen, wie primitiv dieselbe im Grunde genommen ist.

Bevor wir uns jedoch mit der Lebensweise und dem ethischen Verständnis der ignoranten Gesellschaft im Einzelnen beschäftigen, ist es vielleicht von Nutzen, eine generelle Vorstellung ihrer Tendenzen zu haben.

In jedem Zeitalter gab es eine ignorante Gesellschaft

Seit der Erschaffung des Menschen hat es immer zwei deutlich voneinander unterschiedene Gesellschaften gegeben: Die ignorante Gesellschaft und die Gemeinde der Gläubigen. All diejenigen, die es ablehnen, die, von der Religion gesetzten Grenzen einzuhalten, machen die ignorante Gesellschaft aus. Trotz Unterschieden in ihren Doktrinen, Denk- und Lebensweisen ist es ein fundamentales Prinzip, das die Existenzgrundlage aller ignoranten Gesellschaften bildet - die Abwendung von der wahren Religion. Die Mitglieder der ignoranten Gesellschaft begrenzen ihren Ausblick mutwillig auf das diesseitige Leben; im folgenden Vers, sind sie auf diese Weise beschrieben:

Die aber, die nicht auf die Begegnung mit Uns hoffen und an dem Leben dieser Welt Gefallen finden und davon befriedigt sind, und diejenigen, die Unsere Zeichen außer Acht lassen... (Sure 10:7 - Yunus)

Gewiss, jene lieben das Momentane und einen gewichtigen Tag schlagen sie in den Wind. (Sure 76:27 - al-Insan)

Es ist in keiner Weise falsch sich der Gaben dieser Welt zu erfreuen; Allah hat sie geschaffen und in den Dienst des Menschen gestellt. An diesem Punkt jedoch verfallen die Mitglieder der ignoranten Gesellschaft einem Irrtum. Zum einen sind sie nie zufrieden mit dem, was sie haben, sondern wollen immer mehr haben. In den Worten des Qurans, 'sie sind getäuscht durch diese Welt' und was am schwersten wiegt, sie empfinden keine Dankbarkeit gegenüber ihrem Schöpfer, dem alleinigen Gönner, der ihnen diese Gaben beschert.

Dies ist genau der Grund, warum alle ignoranten Gesellschaften seit jeher, unbeachtet der Unterschiede ihrer Lebensweisen, ihres Wohlstands, ihrer Rassen, Hautfarben und Sprachen immer eine erstaunliche Ähnlichkeit in Bezug auf ihre grundsätzlichen Argumente und Mentalität an den Tag legten. Ob es sich um den primitivsten Volksstamm oder um die glorreichste Zivilisation der Menschheitsgeschichte handelt, ob es eine Gesellschaft in der entferntesten Antike oder eine zeitgenössische ist, das Ziel aller Gesellschaften, deren Existenz in der Ignoranz verwurzelt sind, war immer nur ein und das gleiche - weltlicher Gewinn.

Die Sittlichkeit der Ignoranz ist ein 'Glaubenssystem', das von einer Generation auf die nächste überliefert wird

Ein weiteres charakteristisches Merkmal der ignoranten Gesellschaften ist die Art und Weise, auf die sie Information über das Leben erhalten. Anstatt ihr Wissen über das Leben aus den, von Gott offenbarten heiligen Schriften zu beziehen, verlassen sich ihre Mitglieder auf die Überlieferungen und Traditionen ihrer Vorfahren (Eltern, Großeltern usw.) Die Ahnen, welche die unwandelbaren Lehrmeister der ignoranten Gesellschaft sind, 'unterweisen' die jeweiligen neuen Generationen in der 'Religion der Ignoranz' und deren Moralität, ebenso, wie sie ihrerseits durch die vorhergehenden Generationen in die Grundsätze dieser korrumpierten Religion eingeweiht worden waren. Auf diese Weise ist das Fortbestehen dieser primitiven Religion gesichert.

Erstaunlicherweise wird dieses, von einer auf die nächste Generation überlieferte System niemals in Frage gestellt. Jeder Informationsinhalt wird als erwiesene Tatsache hingenommen. Alle Beurteilungswerte, ob falsch oder richtig, werden an die nächste Generation weitergegeben um erneut zu bedingungslosem Einsatz zu kommen. Solch ein Überlieferungsmechanismus baut natürlich dem Aufkommen jeglicher Zweifel bei der jeder neuen Generation vor, so dass es dieser gar nicht erst in den Sinn kommt, die Verlässlichkeit des Systems in Frage zu stellen.

Der Quran weist auf die unkritische und bedingungslose Unterstützung, welche dieses System erfährt, hin, sowie auch darauf, wie sich die ignoranten Menschen von der Führung Allahs abwenden, ohne auch nur die Notwendigkeit zu empfinden, darüber nachzudenken:

Und wenn ihnen gesagt wird, dem zu folgen, was Allah offenbarte, so sagen sie: "Wir folgen dem, worin wir unsere Väter vorfanden." Selbst dann, wenn ihre Väter nichts verstanden hatten und nicht recht geleitet waren? (Sure 2:170 - al-Baqara)

Die Tatsache, dass sie in der Mehrheit sind, ist kein Beweis der Richtigkeit ihrer Denkweise

Der Quran enthüllt noch eine andere wichtige Gegebenheit in Bezug auf die ignoranten Gesellschaften. Sie machen immer die Mehrheit der Bevölkerung aus im Vergleich mit der Gemeinde der Gläubigen. Der Quran bestätigt, dass die Gläubigen immer in der Minderheit sind:

Und die meisten Menschen glauben nicht, wie sehr du es auch wünschen magst. (Sure. 12:103 - Yusuf)

... und sie glauben nicht, außer einigen wenigen (Sure 4:46 - an-Nisa)

... Ja, die meisten von ihnen glauben nicht. (Sure 2:100 - al-Baqara)

Und die meisten von ihnen glauben nicht an Allah, außer dass sie Ihm Teilhaber zuschreiben. (Sure 12:106 - Yusuf)

Das ist gewiss kein Zufall, sondern eine besondere Situation, die mutwillig von Allah zu einem bestimmten Zweck so eingerichtet wurde. Dass sich die Gläubigen in der Minderheit befinden, macht ihr tugendhaftes Verhalten in dieser Welt umso wertvoller und darüber hinaus wird ihre Belohnung im Jenseits durch diesen Faktor erhöht. Diese Welt hat sicher ihre Versuchungen, als ein grundlegendes Element der Prüfung, als die sie von Allah vorgesehen war, doch wenn der Geist des Menschen vollkommen mit der Vorsorge um die Ewigkeit beschäftigt ist, und seine Handlungen dementsprechend sind, gewinnt er gewiss einen Vorrang über die Mehrzahl seiner Mitmenschen, die sich von den Attraktionen der weltlichen Güter verführen lassen.

Gleichzeitig ist dies eine bedeutende Angelegenheit in der Prüfung der Ungläubigen, denn die Mehrheit der Leute sind gewöhnt den generellen Verhaltensmustern der Gesellschaft zu folgen. Sie gehen davon aus, dass die generellen Sitten der Gesellschaft rechtschaffen sind und mit der gleichen Logik wird angenommen, dass die Wahrheit von der Mehrheit vertreten wird, wogegen die Anschauungen der Minderheit mit Zweifel und Vorsicht angegangen werden muss. Kurz gefasst, wenn die Leute im Zustand der Ignoranz durch die Führung Allahs dazu aufgefordert werden, den geraden Weg der Wahrheit zu beschreiten, verweigern sie dies unter dem fadenscheinigen Vorwand, das ein dementsprechendes Handeln nicht den anerkannten gesellschaftlichen Normen entspräche. Populäre Anerkennung jedoch kann in keiner Weise ein Kriterium der Wahrheit sein.

Diese sozialen Normen sind nichts anderes als eine Widerspiegelung des zuvor erwähnten 'mangelhaften Verständnisses'. Ignorante Leute sind deshalb in der Mehrzahl in der Gesellschaft, weil die meisten Menschen ihren Gelüsten nachgeben, was sie zur Nachlässigkeit und Undankbarkeit gegenüber ihrem Schöpfer verleitet und dazu die Freuden dieser Welt denen der jenseitigen vorzuziehen. Diejenigen, die sich die Einstellung solch einer Gesellschaft zu eigen machen, betrügen sich nur selbst.

Allah teilt uns im Quran mit, warum jene Leute im Zustand der Ignoranz die Mehrzahl in der Gesellschaft ausmachen, und warnt die Gläubigen davor, dies für sich selbst ein Kriterium werden zu lassen:

Und wenn du den meisten derer, die auf der Erde leben gehorchtest, würden sie dich von Allahs Weg abweichen lassen. Sie folgen nur Phantasien, und sie vermuten nur. Dein Herr weiß am besten, wer von Seinem Weg abirrt und Er kennt die am besten recht geleitet sind. (Sure 6:116, 117 - al-An'am)

Und die meisten von ihnen folgen nichts als Vorstellungen; doch Vorstellung kann kein Ersatz für die Realität sein. Allah weiß sehr wohl, was sie tun. (Sure 10:36 - Yunus)

Die Einstellung der Gläubigen, die nach der Wahrheit streben, spiegelt sich in dem folgenden Vers im Quran wider:

Und manche unter uns sind Muslime, und manche unter uns haben sich von der Rechtschaffenheit abgewandt. Und die sich (Gott) ergeben haben - haben sich zur Rechtschaffenheit emanzipiert. (Sure 72:14 - al-Dschinn)

Ignorante Gesellschaften sind immer ermahnt und gewarnt worden

Wer der Führung folgt, folgt ihr nur zu seinem eigenen Gewinn; und wer irregeht, irrt allein zu seinem eignen Schaden, und Niemand soll mit der Bürde eines Anderen belastet werden. Und Unsere Heimsuchung erfolgte nie, ohne dass Wir zuvor einen Gesandten geschickt hätten. (Sure 17:15 - al-Isra)

Und nie hat dein Herr die Städte vernichtet, ohne zuvor in ihrer Mitte einen Gesandten erweckt zu haben, der ihnen Unsere Zeichen vortrug; und Wir zerstören die Städte nicht, es sei denn, dass ihre Bewohner Frevler sind. (Sure 28:59 - al-Qasas)

Die vorhergehenden Verse weisen auf eine einzige Tatsche hin, nämlich dass jeder ignoranten Gesellschaft ein Botschafter gesandt worden war, um die Botschaft Allahs zu überbringen. Aufgrund Seiner unendlichen Barmherzigkeit bestraft Allah keine Gesellschaft, der Seine göttliche Botschaft nicht überbracht wurde. Durch Propheten hat Allah den Menschen stets nahe gelegt, dass es keinen anderen Gott neben Ihm gibt, und sie auf das Jüngste Gericht aufmerksam gemacht.

So sandten Wir ihnen einen Gesandten aus ihrer Mitte (mit der Botschaft): "Dient Allah, außer Ihm habt Ihr keinen anderen Gott! Habt ihr denn keine Gottesfurcht?" (Sure 23:32 - al-Mu'minun)

Ein anderer Punkt, der hier erwähnt werden sollte ist, dass die Mitglieder der ignoranten Gesellschaften mutwillig verharren, ihre primitive Denkweise aufrechtzuerhalten. Sie legen eine unverständliche Hartnäckigkeit an den Tag, an der Religion der Ignoranz festzuhalten, trotz der eindeutigen Zeichen und einleuchtenden Erklärungen der Existenz Allahs und des Jenseits, die ihnen die Gesandten vorbringen. In einem anderen Vers wird die übliche Einstellung der Einflussreichen der ignoranten Gesellschaft gegenüber der göttlichen Botschaft dargelegt.

Und dergleichen sandten Wir vor dir keinen Ermahner in irgendeine Stadt, ohne dass die Einflussreichen ihrer Bewohner gesagt hätten: "Wir fanden. dass unsere Väter nach einer gewissen Gesellschaftsordnung lebten, und wir folgen in ihre Fußstapfen." (Sure 43:23 - As-Suchruf)

Sie verbringen ihr Leben in Schwierigkeiten und Sorge

Menschen im Zustand der Ignoranz setzen all ihre Hoffnungen und Träume auf das Leben in dieser Welt, und lassen das Jenseits vollkommen außer Acht. Ihre Gebundenheit an dieses Leben jedoch, bringt oft einem ungezügelten Ehrgeiz hervor. An diesem Punkt reichen Reichtum, Ruhm oder gesellschaftliche Stellung nicht mehr aus, die weltlichen Begierden und Gelüste des einzelnen Menschen zu befriedigen. Erfolg und Wohlstand erzeugen nur noch weiteren Ehrgeiz und Gier, anstatt einen friedvollen Geisteszustand hervorzubringen. Solch ein Ehrgeiz jedoch schadet dem Menschen gesundheitlich und veranlasst ihn, seine moralischen Werte zu verlieren, und sein Egoismus führt ihn letztlich zur Vereinsamung. Obwohl sie von vielen Leuten umgeben sind, fühlen sich die Menschen im Zustand der Ignoranz einsam und verunsichert, und finden nie wahre Freundschaft. All diese Faktoren, zusammen mit noch anderen Problemen (die in den folgenden Kapiteln näher untersucht werden), werden zu einer hauptsächlichen Quelle der Enttäuschung. Unter solchen Umständen wird das Leben eher zu einer Last, als zu einer Quelle der Freude und Befriedigung.

Genau so ergeht es den Ignoranten aufgrund ihrer eigenen Prioritäten. Ungeachtet alles dessen, was ihnen widerfährt, begreifen sie nicht, was mit ihrem Leben geschieht. Die meisten von ihnen erkennen es erst, nachdem sie ihr ganzes Leben auf der Jagd nach weltlichen Genüssen und Gütern verbracht haben, zu dem Zeitpunkt, wenn sie die Nähe des Todes ahnen, doch dann ist es zu ihrer großen Bestürzung zu spät. Und selbst hier endet ihre Pein nicht. Allah teilt uns mit, dass es nicht nur dieses Leben ist, das sie verloren haben. Aufgrund ihres sturen Festhaltens an ihrer primitiven Logik wird diesen Leuten ein qualvolles Los im Jenseits zuteil werden:

Die Verlierer sind diejenigen, welche die Begegnung mit Allah leugnen, bis sie dann ganz unversehens die Stunde ereilt, und sie werden sagen: 'Wehe uns, dass wir sie vernachlässigt haben!' Und sie werden ihre Lasten auf ihrem Rücken tragen. Eine üble Bürde ist es, die sie tragen! (Sure 6:31 - al-An'am)

Die Gläubigen dagegen, die ihr Leben im Streben nach Allahs Wohlgefallen verbringen werden mit einem Leben voll Schönheit sowohl in dieser Welt, wie im Jenseits belohnt werden.

So gab ihnen Allah den Lohn dieser Welt und die Wonne der Belohnung des Jenseits. Und Allah liebt diejenigen, die Gutes tun. (Sure 3:148 - Al-'Imran)

Sage: 'Wer hat die Köstlichkeiten Allahs verboten, die Er für Seine Diener hervorgebracht hat und die guten Gaben Seiner Versorgung?' Sage: 'Sie sind für die Gläubigen in diesem Leben (und) ausschließlich (für sie) am Tage der Auferstehung.' So erklären Wir die Zeichen für Leute, die Wissen haben. (Sure 7:32 - al-A'raf)

Diejenigen, die glauben und gottesfürchtig sind, an sie ergeht die erfreuliche Mitteilung in diesem Leben, sowie im Jenseits. Allahs Worte sind unabänderlich - das ist der höchste Gewinn. (Sure 10:63, 64 - Yunus)

Warum sind sie auf das einseitige Leben fixiert? Weil sie annehmen, dass es außer diesem Leben nichts gibt

Eine der sich vererbenden Charaktermerkmale der Ignoranten ist ihre Denkweise, durch die ihre Existenz auf das Leben in dieser Welt beschränkt wird. Das bedeutet, dass sie die vergängliche Welt als die 'wirkliche' erachten, und sich daher nicht auf die zukünftige vorbereiten. Diese Einstellung lässt darauf schließen, dass jene Leute nicht, oder wenn, dann nur sehr vage an ein Leben nach dem Tod glauben. Sie finden sich damit ab, dass das Leben mit dem Tod zu seinem endgültigen Abschluss kommt, und so klammern sie sich in ihrer Ignoranz mit allen Kräften an das weltliche Leben. Die Mentalität dieser Menschen ist im Quran in ihren eigenen Worten folgendermaßen ausgedrückt:

Es gibt sicher nichts außer unserem Leben auf dieser Welt; wir sterben und wir leben, doch auferweckt werden wir nie wieder. (Sure 23:37 - al-Mu'minun)

Diejenigen die solch eine Überzeugung haben, beachten nicht die von Allah gesetzten Grenzen und halten sich dementsprechend nicht an Seine Gebote. Solch ein Verständnis ist auf der Begierde begründet, lediglich auf dieser Welt Vorrang über andere zu haben, wobei das zukünftige Leben außer Acht gelassen wird.

Hier machen diese Leute einen grundsätzlichen Fehler: Sie wählen diese Lebensweise, um mehr von ihrem Leben zu haben, doch die Folgen davon stellen sich als gegensätzlich heraus. Sie können sich kaum ihrer weltlichen Errungenschaften erfreuen, geschweige denn irgendwelcher materiellen und geistlichen Gaben.

Dem ist so, weil sie aufgrund ihrer Abgestumpftheit es nicht als notwendig erachten, Allahs zu gedenken, so dass Er entweder Seine Gunst von ihnen abwendet, oder in ihre Herzen eine ständige Furcht davor einflößt, das zu verlieren, was Er ihnen gegeben hat. Dies ist in der Tat ein bedauerlicher Zustand, weil sie sich ständig um ihre Zukunft Sorgen machen. Der Gedanke daran erfüllt jeden Augenblick ihres Lebens.

Wahrer Nutzen kann von den weltlichen Gütern nur dann gewonnen werden, wenn man sich der Tatsache, dass diese Allahs Gaben sind, gründlich bewusst ist. Jemand der das verstanden hat, weiß, dass diese Güter vergänglich sind und im Vergleich mit den Gütern des Jenseits minderwertig sind.

Hier erhebt sich eine bedeutende Frage: Fühlen sie sich denn nicht frustriert und verstehen dieses Geheimnis des Lebens schließlich? Oder, warum verharren sie in dieser Mentalität, selbst wenn sie es einmal begriffen haben, dass dieses Lebens keine bleibenden Freuden bringen kann? Die Antworten, die der Quran auf diese Fragen gibt, sind sehr deutlich:

Dem ist so, weil sie das Leben dieser Welt dem Jenseits vorziehen und Allah leitet das Volk der Leugner nicht. (Sure 16:107 - an-Nahl)

Allah vermehrt und beschränkt den Unterhalt, wem Er will. Sie ergötzen sich am Leben dieser Welt, doch das hiesige Leben ist nichts als ein momentaner Genuss in Bezug auf das künftige. (Sure 13:26 - ar-Ra'd)

Diese Verse enthüllen die Logik der in den ignoranten Gesellschaften vorherrschenden Denkweise. Totale Ausrichtung auf dieses Leben und Nichtbeachtung des künftigen Lebens. Im Gegensatz zu dieser Einstellung jedoch ist das irdische Leben lediglich eine Inszenierung durch die der Mensch auf die Probe gestellt wird. Das wirkliche Leben ist das, welches beginnt, wenn der Mensch seinen letzten Atemzug tut. Diese Realität ist im folgenden Vers wiedergegeben:

Und dieses irdische Leben ist nichts als ein Zeitvertreib und ein Spiel; die Wohnstatt des Jenseits jedoch ist das eigentliche Leben, wenn sie es nur wüssten! (Sure 29:64 - al-'Ankabut)

Die Begierden nach Frauen und Kindern, aufgespeicherten Schätzen von Gold und Silber, Rassepferden, Herden und Ackerland wurden den Menschen attraktiv gemacht. Dies sind die Kostbarkeiten des Lebens dieser Welt, doch die Heimkehr, die Allah bereit hält, ist das Köstlichste (Sure 3:14 - Al-'Imran)

Allah erläutert in diesen Versen, welche Begierden es im einzelnen sind, denen sich der Mensch am leidenschaftlichsten hingibt, d.h. Geld und Besitztümer. Materieller Wohlstand jedoch bringen weder Frieden noch Befriedigung. Bemühungen wahre Liebe und Respekt zu finden, erweisen sich oft als nutzlos. Wahre Freundschaft ist ebenfalls ein verzweifelt gesuchtes Gut das jedoch nie erworben wird in der ignoranten Gesellschaft. All diese Werte können nie erreicht werden, denn Liebe, Respekt und Freundschaft kann nur derjenige finden, der sich verantwortungsvoll gegenüber seinem Schöpfer verhält, und dadurch moralische Vervollkomm-nung erzielt. Ein aufrichtiger gläubiger Mensch, der moralische Werte aufrechterhält, hinterlässt einen positiven Eindruck auf andere und flößt Vertrauen ein, welches die Grundlage für wahre Liebe und Respekt schafft. Jemand, der dieser moralischen Werte mangelt mag in kurzer Zeit ein Vermögen anhäufen, die luxuriöseste Villa auf der Welt besitzen und die besten Freizeitsorte bereisen; kurz gefasst, er mag sich jeden Genuss gönnen den Geld erkaufen kann, und dennoch wird solch ein materieller Wohlstand ihm niemals Zufriedenheit und Sicherheit geben. Seine Errungenschaften befriedigen niemals seine Gier und machen ihn daher nicht glücklich. Trotz dem er alles hat, was er braucht, findet er stets Gründe, sich zu beklagen.

Weltliche Ambitionen führen unausweichlich zu moralischer Korruption. Das Verlangen nach Reichtum treibt den Menschen zu Fälschung, Lügen, Selbstsucht, Ungerechtigkeit und anderem verwerflichen Verhalten, das Zorn Spannungen und Not mit sich bringt.

Der Quran gibt die Neigung zur Prahlerei als ein weiteres Phänomen an, das in der ignoranten Gesellschaft sehr weitgehend verbreitet ist, und das sie seinerseits in diesem falschen Verständnis verharren lässt:

Wisst, dass das Leben dieser Welt nur ein Spiel und ein Zeitvertreib ist und Prunk und gegenseitige Prahlerei unter euch, und ein Wettstreit um Mehrung an Besitz und Kindern... (Sure 57:20 - al-Hadid)

Jeder Aspekt des weltlichen Lebens wird zu einem Objekt der Prahlerei. Die Leute messen der Anerkennung und Bewunderung durch andere soviel Bedeutung bei, dass ihr ganzes Leben zu einer einzigen Suche nach Dingen wird, deren sie sich rühmen können. Eine gute Ausbildung, eine beneidenswerte soziale Stellung, Einheiraten in angesehene Familien und selbst Nachkommenschaft sind die hauptsächlichen Errungenschaften, mit denen die Leute in der ignoranten Gesellschaft prahlen. Gutes Aussehen oder Intelligenz eines Sprösslings und die Schulen, die er oder sie besucht, werden zum Anlass für Prahlerei. Ein, auf sechs oder sieben Jahrzehnte beschränktes Leben verstreicht somit in der Verwirklichung von Ambitionen für Reichtum, Erfolg oder irgendeine andere Form von Wohlstand und Einfluss. Die Tatsache, dass der Hauptgrund für diese Begierden Angeberei ist, vor anderen, ebenso schwachen und sterblichen Mitmenschen wie man es selbst ist, sollte einem Grund zum Nachdenken geben. Man sollte sich letztlich davor hüten, das ewige Leben aufs Spiel zu setzen um einen guten Eindruck auf andere in dieser Welt zu machen.

Weil sie vorziehen, der Befriedigung ihrer eigenen eitlen Begierden nachzujagen, anstatt sich gewissenhaft zu verhalten

Wenn man alle nebensächlichen Gründe und Motivierungen für die Führung eines solchen primitiven Lebens außer Acht lässt, so ist der Kerngrund letztlich die Neigung der Ignoranten ihren eigenen Begierden nachzujagen.

Allah hat dem Geist des Menschen zwei innerliche Inspirationsquellen gegeben, die in vollkommenem Gegensatz zueinander stehen. Eine dieser inneren Stimmen inspiriert den Geist mit dem Bewusstsein dessen, was recht und unrecht ist. Wenn der Mensch auf diese Stimme der göttlichen Führung hört, die sein Gewissen ist, wird er nicht vom geraden Weg abweichen und in Weisheit und Klarheit handeln. Die andere Stimme dagegen ermuntert ihn dazu die niedrigen und negativen Eigenschaften seiner Natur auszuleben. Diese beiden Stimmen sind sein Gewissen und sein Ego. Diese Tatsache ist im Quran beschrieben:

Beim Selbst (des Menschen) und was ihm vollendete Ausgeglichenheit gab, so dass ihm bewusst ist, was unrecht und was recht für ihn ist. Derjenige, der es läutert, hat in der Tat Erfolg, und wer es verwildern lässt, ist verloren. (Sure 91:7-10 - asch-Schams)

Bei einer Identifizierung und Definition der ignoranten Gesellschaft in jeder Hinsicht, sollte die Unterscheidung zwischen Ego und Gewissen besonders hervorgehoben werden, denn der Hauptgrund dafür, dass sich ein Mensch im Zustand der Ignoranz befindet, ist seine Neigung, seinen Gelüsten und Begierden nachzugehen und seine Achtlosigkeit gegenüber dem inneren Aufruf, der göttlichen Führung zu folgen.

Entgegen aller hochgesteckten Erwartungen bleibt ein Leben, das von der Vorliebe für weltlichen Gewinn gezeichnet ist geistlich verarmt und unfruchtbar.