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Der Islam Verurteilt Den Terrorismus
Der Islam Verurteilt Den Terrorismus
Und Allah lädt zur Wohnstätte des Friedens ein und leitet,
wen Er will, zu einem geraden Weg. (Sure 10:25 - Yunus)


ISLAMISCHE ETHIK: EINE QUELLE DES FRIEDENS UND DER SICHERHEIT

Manche, die behaupten, etwas sei im Namen der Religion getan worden, mögen in der Tat ein falsches Verständnis jener Religion haben und sie daher falsch ausüben. Aus diesem Grund wäre es falsch, sich eine Meinung über jene Religion zu bilden, indem man sich an dem Beispiel solcher Menschen orientiert. Der beste Weg, eine Religion zu verstehen, ist ihre göttlich offenbarte Quelle zu studieren. Die göttliche Quelle des Islams ist der Quran, der auf den Idealen der Sittlichkeit, der Liebe, des Mitgefühls, der Demut, der Opferbereitschaft, der Toleranz und der Friedfertigkeit begründet ist. Ein Muslim, der im wahren Sinn diesen Grundsätzen entsprechend lebt, wird äußerst höflich, bedacht, bescheiden, gerecht, vertrauenswürdig und zuvorkommend sein. Er wird Liebe, Respekt, Harmonie und Lebensfreude auf seine Umgebung ausstrahlen.

Der Islam ist die Religion des Friedens

Im weitesten Sinn ist Terror Gewalttätigkeit, die gegen nicht-militärische Ziele zum Zweck politischer Ziele ausgeübt wird. In anderen Worten, die Angriffsziele des Terrors sind völlig unschuldige Zivilisten, deren einziges Verbrechen es ist, dass sie - in den Augen der Terroristen - 'die andere Seite' vertreten. Aus diesem Grund bedeutet Terror, unschuldige Menschen Gewalttätigkeit auszusetzen, was eine Verhaltensweise ist, die jeglicher moralischen Rechtfertigung mangelt. Dies ist, in gleicher Weise, wie die Morde, die durch Hitler oder Stalin begangen wurden, ein 'Verbrechen gegen die Menschheit'.



Terroristen zielen darauf ab, eine Welt der Gewalttätigkeit, des Konflikts, des Chaos und der Furcht zu schaffen.

Der Quran ist ein Buch, das den Menschen als Führung zum Weg der Wahrheit offenbart wurde, und in diesem Buch gebietet Gott den Menschen, eine gute, moralische Lebensweise anzunehmen. Diese Moral gründet sich auf Tugenden wie Liebe, Mitleid, Toleranz und Barmherzigkeit. Das Wort 'Islam' ist von dem arabischen Wort für 'Frieden' abgeleitet. Der Islam ist eine Religion, die der Menschheit mit dem Ziel geoffenbart wurde, ein Leben des Friedens zu ermöglichen, in dem die unendliche Barmherzigkeit und Gnade Gottes auf der Welt zum Ausdruck kommen können.


Eine Gesellschaft, in der die islamischen moralischen Werte in hohem Ansehen gehalten werden, ist eine Gesellschaft, die sich durch Frieden, Nachsicht, Liebe, Mitgefühl, gegenseitige Unterstützung und Freude auszeichnet.

Allah ruft alle Menschen zu dieser islamischen Ethik auf, durch welche Barmherzigkeit, Gnade, Frieden und Toleranz auf der ganzen Erde erfahren werden können. In einem Vers der 2. Sure des Qurans spricht Allah die Gläubigen in folgender Weise an:

O ihr, die ihr glaubt! Tretet allesamt in den Zustand der Befriedung (Islam) ein und folgt nicht den Fußstapfen des Satans; er ist euch zweifellos ein offenbarer Feind. (Sure 2:208 - al-Baqara)

Wie der Vers klar macht, kann Sicherheit nur durch 'Eintritt in den Zustand des Islam' gewährleistet werden, d.h., indem man entsprechend den Werten des Quran lebt. Ein Muslim der die Werte des Quran in seinem Leben verwirklicht, fühlt sich dafür verantwortlich, alle Menschen, egal ob Muslime oder Nicht-Muslime, freundlich und gerecht zu behandeln, die Bedürftigen und Unschuldigen zu schützen und die 'Verbreitung von Unheil' zu verhindern. Unheil beinhaltet alle Formen der Anarchiend des Terrors, welche Sicherheit, Wohlsein und Frieden zerstören. Wie in einem Vers erklärt:

Gewiss liebt Allah die Unheilstifter nicht. (Sure 28:77 - al-Qasas)

Einen Menschen grundlos zu töten ist eines der offensichtlichsten Beispiele des Unheils. Allah verweist im Quran auf ein Gebot, das Er zuvor den Juden im Alten Testament auferlegt hatte:

... dass dem, der einen Menschen tötet, ohne dass dieser einen Mord begangen oder Korruption im Lande gestiftet hat, es angerechnet werden soll , als hätte er die ganze Menschheit getötet. Und dem, der ein Leben erhält, soll es angerechnet werden, als hätte er die ganze Menschheit am Leben erhalten... (Sure 5:32 - al-Maida)

Wie der Vers darlegt, begeht ein Mensch, der selbst nur einen einzigen Mitmenschen tötet, es sei denn in Vergeltung für einen begangenen Mord oder Korruption im Lande, ein Verbrechen, das dem gleichkommt, als hätte er die gesamte Menschheit getötet.


Im 32. Vers der Sure al-Ma'ida erklärt Allah, dass, wenn jemand einen Menschen ungerechtfertigt tötet, es so ist, als hätte er die ganze Menschheit getötet. Jeder Mord ist eine völlige Missachtung der moralischen Lehre des Quran.

In Anbetracht dessen wird es offenbar, welch eine große Sünde die Morde, Massaker und Anschläge sind, die von Terroristen ausgeführt werden, einschließlich der, die als 'Selbstmordanschläge' bekannt sind. Allah teilt uns im folgenden Vers mit, wie diese grausame Form des Terrorismus im Jenseits bestraft wird:

Die Anklage richtet sich nur gegen die, welche den Menschen Unrecht tun und Ausschreitungen auf der Erde begehen, zu denen sie kein Recht haben. Ihnen wird eine schmerzliche Strafe zuteil. (Sure 42:42 - asch-Schura)

All dies zeigt deutlich, dass es dem Islam völlig entgegen steht, Terrorakte gegen unschuldige Menschen zu organisieren, und dass kein Muslim solch ein Verbrechen verüben könnte. Im Gegenteil sind Muslime dafür verantwortlich, diesen Leuten das Handwerk zu legen, 'Ausschreitungen auf der Erde' abzuschaffen und allen Menschen überall auf der Welt Frieden und Sicherheit zu bringen. Islam kann nicht mit Terrorismus in Einklang gebracht werden; ganz im Gegenteil, er bietet die Lösung zu dem Problem des Terrorismus und den Weg zu seiner Verhinderung an.

Allah hat das Böse verdammt

Allah hat dem Menschen befohlen, kein Übel zu begehen: Unterdrückung, Grausamkeit, Mord und Blutvergießen sind allesamt verboten. Die, die dieses Gebot Allahs nicht befolgen, werden als 'den Fußstapfen des Satans folgend' beschrieben, und haben eine Haltung angenommen, die im Quran als offenbar sündig erklärt wurde. Folgende Verse sind einige der vielen, die sich auf dieses Thema beziehen:

Und diejenigen, die ihr Bündnis mit Allah brechen, nachdem sie es eingegangen waren, und trennen, was Allah zu verbinden gebot, und Unheil auf Erden anrichten, auf ihnen lastet ein Fluch und eine üble Wohnstatt erwartet sie. (Sure 13:25 - ar-Ra'd)

... Esst und trink von dem womit Allah euch versorgt hat und verderbt nicht die Erde, indem ihr Unheil anrichtet. (Sure 2:60 - al-Baqara)

Und richtet kein Verderben auf der Erde an, nachdem sie mangellos gestaltet worden war, und betet zu Ihm in Gottesfurcht und Vertrauen! Gewiss ist Allahs Barmherzigkeit denen nahe, die Gutes tun. (Sure 7:56 - al-A'raf)

Diejenigen, die denken, dass sie irgend einen Erfolg erzielen können, indem sie Übel, Aufruhr und Unterdrückung verursachen und unschuldige Menschen töten, verfallen einen großen Irrtum. Gott hat alle üblen Taten, einschließlich Terrorismus und Gewalt verboten, und diejenigen, die derartige Handlungen begehen verurteilt, wie aus dem folgenden Vers hervorgeht: ...Allah gibt dem Handeln der Unheilstifter sicherlich kein Gelingen. (Sure 10:81 - Junus)



Es gibt offensichtlich vielerlei Gründe für die Terrorakte, die bis heute Hunderttausende von Menschen das Leben gekostet haben. Diejenigen, die solche Handlungen begehen, haben keine Gottesfurcht; sie sind der Moral, die die Religion befiehlt vollständig entfremdet.

Heute jedoch geschehen Terrorakte, Völkermord und Massaker überall auf der Welt. Unschuldige Menschen werden auf brutale Weise getötet, und Länder, in denen Gemeinschaften zum Hass gegeneinander angestachelt werden, schwimmen im Blut. Diese Grauen in Ländern mit unterschiedlicher Geschichte, Kultur und Sozialstruktur mögen spezifische Ursachen und Gründe haben, es ist jedoch offensichtlich, dass die grundlegende Ursache eine Distanzierung von der Moralität ist, die auf Liebe, Respekt und Toleranz basiert, welche die Religion mit sich bringt. Infolge von Religionslosigkeit entwickeln sich Gesellschaften, in denen die Menschen keine Gottesfurcht haben und nicht glauben, dass sie im Jenseits zur Rechenschaft gezogen werden. Da sie sich dünken, niemandem Rechenschaft über ihre Handlungen schuldig zu sein, können sie ohne weiteres Mitgefühl, Moral oder Gewissen außer Acht lassen.

Das Aufkommen von Heuchlern, die den Namen Gottes und der Religion benützen, aber sich tatsächlich organisieren, um Übel anzurichten, das von Allah verdammt wurde, wird im Quran erwähnt. Ein Vers berichtet von neun einflussreichen Männern in einer Stadt, die ihren Plan, den Propheten zu ermorden, mit einem Schwur im Namen Allahs besiegelten:

Und es waren neun Mächtige in der Stadt, welche Unheil im Lande anrichteten, anstatt Wohlergehen anzustreben. Sie vereinbarten: 'Lasst uns vor Allah schwören, dass wir an ihm und seiner Familie in der Nacht ein Attentat verüben, und dann seinem Sippenältesten sagen, dass wir die Vernichtung seiner Familie nicht bezeugten und dass wir gewiss die Wahrheit sagen!' Uns so machten sie ein Komplott, doch sie ahnten nicht, dass auch Wir einen Plan hatten. (Sure 27:48-50 - an-Naml)

Wie dieses, im Quran beschriebene Ereignis zeigt, bedeutet die Tatsache, dass Menschen 'im Namen von Allah' Dinge tun, oder sogar in Seinem Namen schwören - in anderen Worten, eine 'religiöse' Sprachform verwenden - nicht, dass ihre Handlungen der Religion entsprechen. Ganz im Gegenteil kann das, was sie tun, dem Willen Gottes und der Ethik der Religion völlig entgegengesetzt sein. Die Wahrheit zeigt sich in ihrem Handeln. Wenn ihre Taten darauf abzielen, dass sie 'Unheil anrichteten, anstatt Wohlergehen' wie der Vers darlegt, dann steht fest, dass diese Menschen nicht wahrhaft religiös sein können, und dass ihr Ziel nicht ist, der Religion zu dienen.

Jemand, der Allah fürchtet und die wahre Ethik des Islams verstanden hat, kann unmöglich Gewalttätigkeit oder Verbrechen unterstützen, oder an dahingehenden Aktivitäten teilnehmen. Aus diesem Grund ist der Islam die realistische Antwort auf den Terrorismus. Wenn die hohen moralischen Prinzipien des Quran erklärt werden, wird es undenkbar für die Menschen, den echten Islam mit denjenigen in Verbindung zu bringen, die Gruppen unterstützen, deren Zielsetzung Hass, Krieg und Chaos ist, oder diesen angehören, weil Allah es verboten hat, Unheil zu stiften:

Und sobald er sich von dir abwendet, sucht er, im Lande Unheil zu stiften und die Zivilisation der Menschheit zu zerstören, doch Allah verabscheut Korruption. Und wenn er zur Gottesfurcht ermahnt wird überkommt ihn frevelhafte Arroganz. Die Hölle ist angemessen für ihn - welch eine üble Lagerstatt! (Sure 2:205, 206 - al-Baqara)

Wie aus den obenerwähnten Versen ersichtlich ist, kann jemand der Gottesfurcht hat, unmöglich auch nur der geringsten Tätigkeit, die der Menschheit Schaden zufügen könnte, ein blindes Auge zuwenden. Jemand, der jedoch nicht an Allah und ans Jenseits glaubt, kann sehr wohl jedes Übel begehen, da er sich niemandem gegenüber zur Rechenschaft verpflichtet dünkt.

Was als erstes getan werden muss, um die Welt von der gegenwärtigen Geißel des Terrorismus zu befreien, ist, durch Aufklärung die entarteten, irreligiösen Konzepte, die im Namen der Religion vorgebracht werden, zu beseitigen und die Menschen in der wahren Ethik des Quran und der Furcht Gottes zu unterweisen.

Die Verantwortlichkeit der Gläubigen

Diejenigen, die kein Interesse für Ereignisse haben, sofern diese sie nicht direkt betreffen, sind der Einsicht beraubt, welche Selbstlosigkeit, Bruderschaft, Freundschaft, Ehrlichkeit und Dienstbereitschaft begleitet, und welche die Religion dem Menschen verleiht. Zeitlebens sind solche Menschen bestrebt, nur ihre eigene Selbstsucht zu befriedigen, worauf sie all ihre Mittel vergeuden, und sich dabei der Gefahren, welche die Menschlichkeit bedrohen, total unbewusst sind. Im Quran jedoch lobt Allah die Moralität derer, die sich bemühen, ihre Umwelt und die Lebensqualität zu verbessern; die sich um die Ereignisse kümmern, die in ihrem Einflussbereich stattfinden, und die den Menschen den rechten Weg weisen. In einem Vers des Qurans werden in einem Gleichnis diejenigen, die anderen niemals Gutes bieten, mit denen, die immer auf dem Weg der Güte wandeln verglichen:

Und Allah prägt ein Gleichnis von zwei Männern, von denen der eine stumm ist, nichts auszurichten vermag und eine Last für seinen Herrn ist; womit er ihn auch beauftragt, er bringt kein gutes Ergebnis. Gleicht er etwa dem, der Gerechtigkeit gebietet und auf einem geraden Weg ist? (Sure 16:76 - an-Nahl)

Wie der Vers darauf hinweist, sind offensichtlich die, die sich 'auf dem rechten Weg' befinden, diejenigen, welche ihre Religion ernst nehmen, in bewusster Gottesfurcht leben, geistlichen Werten Bedeutung beimessen und eifrig bestrebt sind, der Menschheit von Nutzen zu sein. Allgemein gesprochen sind solche Leute dazu da, der Menschheit zu dienen, und die Menschheit bezieht großen Nutzen von ihnen. Aus diesem Grund ist es sehr wichtig für Menschen, über die wahre Religion zu erfahren und entsprechend der moralischen Grundsätze zu leben, die im Quran, der letzten Offenbarung Allahs, dargelegt wurden. Im Quran stellt Allah die Verhaltenswei-sen jener Menschen heraus, die dieser hohen Ethik entsprechend leben:

... und sicherlich hilft Allah dem, der für Ihn eintritt; Allah verfügt über absolute Stärke und Macht. Denen, die, wenn Wir ihnen eine Stellung auf Erden geben, den Gottesdienst einrichten und die Wohlfahrtsabgaben entrichten und das Erstrebenswerte gebieten und das Verabscheuungswürdige verbieten. Doch Allah bestimmt den Ausgang aller Dinge. (Sure 22:40, 41 - al-Hadsch)

 

Allah befiehlt uns, Gutes zu tun

Ein Muslim ist jemand, der die Gebote Allahs einhält und gewissenhaft versucht, sein Leben entsprechend der Ethik, des Friedens und der Harmonie zu gestalten, die der Quran propagiert, welche die Welt zu einem schöneren Platz machen und zu wahrem Fortschritt führen. Sein Ziel ist es, die Menschen zum Schönen, zur Güte und zum Wohlsein zu führen. Im Quran heißt es:

... tue Gutes, so wie Allah dir Gutes getan hat, und trachte nicht nach Korruption auf der Erde; sicherlich liebt Allah die Unheilstifter nicht! (Sure 28:77 - al-Qasas)


Diejenigen, die das Leben von Zivilisten und ins besondere von Kindern bedrohen, sollten sich die Frage stellen: Welches Verbrechen verübten diese Kinder? Glauben sie etwa, dass sie für eine, gegen unschuldige Menschen begangene Grausamkeit in der Gegenwart Gottes keine Rechenschaft ablegen müssen?

Jemand, der den islamischen Glauben annimmt, wünscht Allahs Wohlgefallen und Barmherzigkeit zu gewinnen und Zugang zum Paradies zu finden. Darum muss er sich ernsthaft bemühen und während er in dieser Welt lebt sich eine Moral zueigen machen, die vor Allah vertretbar ist. Die deutlichsten Erscheinungen solch einer Moral sind Barmherzigkeit und Anteilnahme, Gerechtigkeit, Ehrlichkeit, die Bereitschaft zu vergeben, Demut, Geduld und Opferbereitschaft. Der Gläubige zeigt sich seinen Mitmenschen gegenüber zuvorkommend, versucht, Gutes zu tun und Güte zu verbreiten. In Seinem heiligen Wort befiehlt Allah:

Und Wir erschufen die Himmel und die Erde und was zwischen beiden ist nicht anders als in Realität, und die Stunde wird sicherlich kommen! Sei daher bereit, mit großmütiger Nachsicht zu vergeben. (Sure 15:85 - al-Hidschr) ... und erweist den Eltern Wohltätigkeit, sowie den Verwandten, den Waisen, den Bedürftigen, dem nahen und dem fernen Nachbarn, dem Weggefährten, dem Reisenden und den Leibeigenen. Gewiss liebt Allah den nicht, der arrogant und selbstherrlich ist. (Sure 4:36 - an-Nisa)

... Unterstützt euch gegenseitig in Rechtschaffenheit und Gottesfurcht und ermutigt einander nicht zur Sünde und Feindschaft und fürchtet Allah; Allah ist gewiss streng im Vergelten. (Sure 5:2 - al-Ma'ida)

Wie aus diesen Versen klar hervorgeht, möchte Allah, dass diejenigen, die an Ihn glauben, sich ihren Mitmenschen gegenüber zuvorkommend verhalten und miteinander zusammenarbeiten, wo es darum geht, das Gute zu fördern und das Üble zu vermeiden. In einem anderen Vers erklärt Allah: 'Wer etwas Gutes vollbracht hat, dem wird es zehnfach vergolten und wer sich Übles zu Lasten kommen ließ, dem wird es nur im gleichen Maß vergolten. Und es geschieht ihnen kein Unrecht.' (Sure 5:2 - al-Mai'da)

In Seinem Buch beschreibt Allah Sich Selbst als den, Der weiß, was 'im Innersten der Brust' verborgen ist, und warnt die Menschen, 'alles Übel zu vermeiden'. Ein Muslim, was soviel bedeutet als 'jemand der sich Allah ergeben hat', muss daher offensichtlich ein Mensch sein, der sein bestes tun wird, den Terrorismus zu bekämpfen.


In der moralischen Lehre des Islams sind die wichtigsten Eigenschaften Liebe, Mitgefühl, gegenseitige Unterstützung, Opferbereitschaft, Toleranz und Nachsicht. In einer Gesellschaft, in der diese Ethik in Wahrheit realisiert wird, können Gewalttätigkeit und Konflikt nicht Fuß fassen.

Ein Muslim verhält sich gegenüber den Ereignissen, die um ihn herum geschehen, nicht unbeteiligt, und wird niemals die Einstellung haben, dass nichts von Bedeutung ist, solange es ihm nicht schadet, und zwar deshalb, weil er sich Allah ergeben hat. Er ist Sein 'Stellvertreter' und ein Botschafter des Guten, und kann somit in der Gegenwart von Grausamkeiten und Terrorismus nicht unbeteiligt zusehen. In der Tat, der Muslim ist der größte Feind des Terrorismus, durch den Menschen getötet werden, die kein Unrecht getan haben. Der Islam ist gegen alle Erscheinungsformen des Terrorismus und ist bestrebt, ihn von vornherein, d.h. schon auf der Ebene der Idee zu verhindern. Er fordert, dass zwischen den Menschen Frieden und Gerechtigkeit vorherrschen und gebietet dem Menschen Zwietracht, Konflikt und Böses zu vermeiden.

Allah befiehlt uns, gerecht zu sein

Die wahre Gerechtigkeit, die im Quran beschrieben wird, befiehlt dem Menschen, gerecht zu sein, nicht unter Menschen zu diskriminieren, die Rechte der Menschen zu schützen, unter keinen Umständen Gewalttätigkeit zu billigen, dem Unterdrückten gegen den Unterdrücker beizustehen und dem Bedürftigen zu helfen. In der Entscheidung eines Streits erfordert es diese Gerechtigkeit, dass die Rechte beider Parteien gewahrt werden, dass alle Gesichtspunkte des Konflikts beurteilt werden, dass keinerlei Vorurteile einen Einfluss ausüben, und dass Objektivität, Ehrlichkeit, Toleranz, Barmherzigkeit und Anteilnahme geübt werden. Jemand z.B., der Ereignisse nicht in gemäßigter Weise beurteilen kann und zwischen seinen Gefühle und Emotionen schwankt, wird nicht in der Lage sein, vernünftige Entscheidungen zu treffen und unter dem Einfluss solcher Gefühle bleiben. Jedoch jemand, der mit Gerechtigkeit vorgeht, muss all seine persönlichen Gefühle und Ansichten beiseite legen. Er muss alle Parteien mit Gerechtigkeit behandeln, wenn sie um Hilfe bitten, um unter allen Umständen die Seite des Rechts zu vertreten und nicht vom Weg der Ehrlichkeit und Wahrhaftigkeit abzuweichen. Man sollte die Werte des Qurans in solcher Weise verinnerlichen, dass man in der Lage ist, die Interessen anderer Menschen vor den eigenen zu berücksichtigen, und Gerechtigkeit zu verfechten, selbst wenn dies nachteilig für die eigenen Interessen ist.

Im 42. Vers der 5. Sure (al-Ma'ida) befiehlt Allah: '... wenn du Recht sprichst, richte zwischen ihnen in Gerechtigkeit.' An anderer Stelle befiehlt Allah den Gläubigen gerecht zu handeln, selbst wenn es sich gegen sie selbst richtet:


O ihr, die ihr glaubt, errichtet die Gerechtigkeit (als ein Leitprinzip)! Seid Zeugen für Allah, selbst wenn es sich gegen euch selbst oder euere Eltern und Verwandten richtet, ob arm oder reich, Allah ist beiden näher. Und folgt nicht den Begierden, die euch vom Recht abwenden. Wenn ihr die Wahrheit verdreht oder euch davon abwendet, so ist es Allah sicherlich bekannt, was ihr tut. (Sure 4:135 - an-Nisa)

Allah gibt im Quran eine ausführliche Darstellung der Gerechtigkeit und weist die Gläubigen an, welche Haltung sie angesichts der Ereignisse, die ihnen begegnen, einnehmen müssen, und auf welche Weise die Gerechtigkeit auszuüben ist. Solch eine Anleitung ist eine Gnade Allahs und eine große Erleichterung für die Gläubigen. Aus diesem Grund sind die, die glauben, dafür verantwortlich, kompromisslose Gerechtigkeit walten zu lassen, sowohl um Allahs Wohlgefallen zu erlangen, als auch um ihr Leben in Frieden und Sicherheit zu führen.

Die Gerechtigkeit, die Allah im Quran befiehlt, ist die Gerechtigkeit, die einheitlich auf alle Menschen, ohne Anbetracht der Sprache, Rasse oder Kultur anzuwenden ist. Die Gerechtigkeit im Sinn des Qurans ändert sich nicht je nach dem Ort, der Zeit und den Menschen. Auch in unserer Zeit gibt es Menschen in allen Teilen der Welt, die grausamer und ungerechter Behandlung aufgrund ihrer Hautfarbe oder Rasse ausgesetzt sind.

Allah informiert uns jedoch im Quran, dass der Zweck in der Schöpfung unterschiedlicher Stämme und Völker ist, 'dass sie einander kennenlernen'. Unterschiedliche Nationen oder Völker, die alle Allahs Untertanen sind, sollten sich kennenlernen, d.h. ihre unterschiedlichen Kulturen, Sprachen, Traditionen und Fähigkeiten erforschen. Kurz gesagt, der Zweck der Schöpfung der verschiedenen Rassen und Nationen ist nicht Konflikt und Krieg, sondern kulturelle Bereicherung. Solche Abwechslungen sind eine Gabe der Schöpfung Gottes. Die Tatsache, dass einer größer als ein anderer ist, oder dass seine Haut gelb oder weiß ist, gibt ihm weder eine höhere Stellung über andere, noch einen Grund sich zu schämen. Jeder Charakterzug einer Person ist ein Ergebnis der zweckmäßigen Schöpfung Gottes, doch in Allahs Sicht haben diese Variationen keine wertbestimmende Bedeutung. Der Gläubige weiß, dass Vorrang nur in der Furcht Gottes und durch Standfestigkeit im Glauben an Allah erreichbar ist. Auf diese Tatsache wird im folgenden Vers hingewiesen:

O ihr Menschen! Wir erschufen euch aus einem männlichen und einem weiblichen Wesen und machten euch zu Gemeinschaften und Stämmen damit ihr euch gegenseitig erkennen mögt. Der Vortrefflichste unter euch vor Allah ist der Gottesfürchtigste. Allahs Wissen ist wahrlich absolut; es ist Ihm alles bekannt . (Sure 49:13 - al-Hudschurat)

Wie Allah uns in dem Vers zu verstehen gibt, erfordert das von Ihm empfohlene Verständnis der Gerechtigkeit, eine einheitliche, tolerante und wohlwollende Behandlung aller, ohne jegliche Diskriminierung.

Abneigung gegen eine Gruppe hindert die Gläubigen nicht daran, Gerechtigkeit walten zu lassen

Hass und Zorn sind die Hauptquellen des Übels, und werden sehr leicht zum Hindernis daran, gerechte Entscheidungen zu treffen, klare Gedanken zu fassen und sich vernünftig zu verhalten. Der Mensch neigt dazu, anderen, denen er feindselig gesinnt ist, alle Arten des Unrechts zuzufügen. Er mag jenen Taten vorwerfen, die sie nie begangen haben, oder falsche Aussagen gegen sie machen, obgleich ihm deren Unschuld bekannt ist. Aufgrund solcher Feindschaften können Menschen zum Opfer unerträglicher Unterdrückung werden. Einige Menschen verweigern anderen, mit denen sie Meinungsverschiedenheiten haben, entlastende Zeugenaussagen, obwohl sie wissen, dass jene unschuldig sind, oder halten Beweise zurück, welche jene entlasten würden. Zudem genießen sie Schadenfreude an dem Elend, Unrecht oder Leiden, dem jene Menschen dann ausgesetzt sind, und andererseits ist ihre größte Beunruhigung, dass sich die Unschuld jener Menschen erweisen könnte und ihnen Gerechtigkeit widerfahren möge.

Aus diesen Gründen ist es für Menschen in korrupten Gesellschaften sehr schwierig einander zu vertrauen. Die Menschen fürchten sich davor, dass sie irgendwann von irgend jemandem zu Fall gebracht werden. Da sie gegenseitiges Vertrauen verloren haben, verlieren sie auch menschlichen Regungen, wie Toleranz, Mitgefühl, Brüderlichkeit und das Gefühl der Zusammengehörigkeit, und beginnen, Abneigung gegeneinander zu entwickeln.

Die Gefühle jedoch, die jemand in seinem Herzen gegenüber einer Person oder einer Gemeinschaft hegt, sollten nie die Entscheidungen eines Gläubigen beeinflussen. Ungeachtet dessen, wie unmoralisch oder feindseelig die Person, deren Angelegenheit er betrachtet, sein mag, legt der Gläubige alle persönlichen Gefühle beiseite, und handelt und entscheidet gerecht und empfiehlt das, was gerecht ist. Seine Gefühle gegenüber jener Person werfen keinen Schatten auf seine Weisheit und Gewissenhaftigkeit. Sein Gewissen inspiriert ihn stets, Allahs Geboten und Ermahnungen zu entsprechen, und niemals Anstand und Höflichkeit ausser Acht zu lassen, weil Gott das im Quran befohlen hat. Folgender Vers bestätigt das:

O ihr, die ihr glaubt, seid standhaft für Allah als Zeugen in Gerechtigkeit, und lasst eure Abneigung gegen gewisse Leute euch nicht dazu hinreißen Ungerechtigkeit zu begehen. Seid gerecht - es entspricht mehr der Furcht Gottes. Seid euch Allahs Gegenwart bewusst. Allah ist es sicherlich bekannt, was ihr tut. (Sure 5:8 - al-Ma'ida)

Wie in dem Vers dargelegt, entspricht es am ehesten der Furcht Gottes, eine gerechte Haltung einzunehmen. Ein gläubiger Mensch weiß, dass er Allahs Wohlgefallen nur erreichen wird, wenn er gerecht handelt. Jeder, der Zeuge seines guten Charakters wird, vertraut diesem Menschen, fühlt sich wohl in seiner Gegenwart und betraut ihn mit jeder Verantwortlichkeit und Aufgabe. Solche Menschen werden selbst von ihren Feinden mit dem Respekt behandelt. Ihre Einstellung mag sogar manche Menschen zum Glauben an Gott führen.

Der Islam verteidigt geistige Freiheit

Der Islam ist eine Religion, welche die Freiheit der Ideen, des Gedankens und des Lebens gewährt. Im Islam bestehen Gebote zur Verhinderung und Unterbindung von Spannungen, Streitigkeiten, übler Nachrede und selbst negativen Gedanken unter den Menschen. Im gleichen Maß wie der Islam Terror und jegliche Form der Gewalttätigkeit ablehnt, untersagt er, selbst die geringfügigste Anwendung von jeglichem ideologischen Zwang.

Es besteht kein Zwang in der Religion! Korrektes Verhalten wurde nunmehr klar gegen Verirrung abgegrenzt... (Sure 2:256 - al-Baqara)

So ermahne! Deine Aufgabe ist es nur zu ermahnen. Du kannst sie nicht zwingen. (Sure 88:21 f - al-Ghaschija)


Ungeachtet dessen, welcher Religion oder Glaubensrichtung ein anderer Mensch angehören mag, sei er ein Jude, Christ, Buddhist oder Hindu, die Muslime werden im Quran dazu angehalten, ihm gegenüber tolerant und nachsichtig zu sein, und ihn gerecht und menschlich zu behandeln.

Jemanden zu zwingen, an eine Religion zu glauben oder ihre Glaubensformen und Praktiken anzunehmen, widerspricht völlig dem Geist und Wesen des Islams, dem gemäß wahrer Glaube nur aus freiem Willen und unter absoluter Gewissensfreiheit möglich ist. Natürlich können Muslime sich gegenseitig dazu anhalten und ermutigen, die moralischen Grundsätze des Qurans zu verwirklichen; alle Gläubigen sind damit betraut, den Menschen den ethischen Reichtum des Qurans in unaufdringlicher, ansprechender Weise zu eröffnen. In Einklang mit dem folgenden Vers sind sie dazu aufgefordert, die Schönheiten der Religion zu erläutern: 'Lade zum Weg deines Herrn mit Weisheit und schöner Ermahnung ein...' (Sure 16:125 - an-Nahl). Gleichzeitig jedoch müssen sie sich auch dieses Verses bewusst sein: 'Du bist nicht dafür verantwortlich, dass sie der Führung folgen, sondern Allah leitet recht, wen Er will...' (Sure 2:272 - al-Baqara). Sie werden nie zu Zwangsmitteln greifen oder irgendeinen äußerlichen oder psychologischen Druck ausüben, noch werden sie versuchen, jemanden mit weltlichen Privilegien zur Religion zu locken. Wenn sie eine negative Erwiderung auf ihr Einladen erfahren, werden die Muslime im Sinn der Sure al-Kafirun reagieren, die mit diesen Worten schließt: 'Euch sei eure Religion und mir die meine' (Sure 109:6 - Al Kafirun).

Die Welt, in der wir leben, enthält Gesellschaften aller Religionen und Überzeugungen: Christliche, jüdische, buddhistische, hinduistische, atheistische, deistische und selbst heidnische Naturreligionen. Muslime, die in solch einer Welt leben, müssen tolerant gegenüber allen Glaubensrichtungen sein, auf die sie treffen mögen und eine nachsichtige, gerechte und humanitäre Verhaltensweise an den Tag legen. Es ist eine Verantwortlichkeit der Gläubigen, die Menschen zur Schönheit der Religion Allahs einzuladen, indem sie Frieden und Toleranz fördern. Die Entscheidung, diese Qualitäten anzunehmen oder abzulehnen - zu glauben oder sich abzuwenden - liegt bei den anderen. Jene zum Glauben zu zwingen oder zu versuchen, ihnen etwas aufzudrängen, ist eine Verletzung der quranischen Ethik. In der Tat, Allah weist die Gläubigen im Quran darauf hin:

Und hätte dein Herr es gewollt, so würden insgesamt alle, die auf Erden leben, glauben. Willst du dann die Menschen unter Zwang zu Gläubigen machen? (Sure 10:99 - Yunus)

Wir wissen bestens, was sie sagen, doch du hast keine Zwangsgewalt über sie. So ermahne den, der Meine Verheißung fürchtet mit dem Quran. (Sure 50:45 - Qaf)

Ein Gesellschaftsmodell, in dem die Menschen gezwungen werden religiösen Verpflichtungen nachzukommen, ist dem Islam völlig konträr. Glaube und Gottesdienst können nur dann einen Wert haben, wenn sie Gott aus freier individueller Willensentscheidung heraus dargebracht werden. Wenn ein System die Menschen zum Glauben und zur Verrichtung religiöser Pflichten zwingt, sind die Menschen nur aus Furcht vor diesem System 'fromm'. Religion kann aus ihrer eigenen Sicht heraus nur dann Gültigkeit haben, wenn sie in einer Umgebung der Gewissensfreiheit gelebt wird und Gottes Wohlgefallen zum Ziel hat.

Die Geschichte des Islams ist voll von Beispielen toleranter muslimischer Herrscher, die alle Religionen respektierten und persönlich für die Errichtung religiöser Freiheit eintraten. Thomas Arnold, ein im Dienst der indischen Regierung tätiger britischer Missionar, beschrieb die liberale Einstellung des Islams in diesen Worten:

... Es sind jedoch keinerlei organisierten Versuche, einer Konvertierung der nicht- muslimischen Bevölkerung zum Islam, oder einer systematischen Verfolgung, um die christliche Religion zu vertilgen, bekannt. Hätten die Kalifen beschlossen, eine dieser Verfahrensweisen anzuwenden, so hätte das Christentum ebenso einfach verfolgt werden können, wie Ferdinand und Isabella den Islam aus Spanien vertrieben haben, oder wie Louis XIV den Protestantismus in Frankreich strafbar machte, oder wie die Juden 350 Jahre lang von England gebannt worden waren. Die östlichen Kirchen in Asien waren von der Gemeinschaft mit dem Rest des Christentums völlig abgeschnitten, und niemand hat je in Bezug auf sie einen Finger erhoben, um sie als häretische Gemeinschaften anzuprangern. Das tatsächliche Überleben dieser Kirchen bis in die heutige Zeit ist ein starker Beweis der allgemein toleranten Haltung der mohammedanischen Regierungen ihnen gegenüber.1


Im Jahr 1492 n. CH. wurden die Juden, die ablehnten, zum Christentum überzutreten, von König Ferdinand und Königin Isabella aus Spanien verbannt (oben). Die Juden wurden im Osmanischen Reich aufgenommen, das ihnen zu einem Zufluchtsort islamischer Gerechtigkeit und Toleranz wurde.

 

Allah verbietet die Tötung unschuldiger Menschen

Einen Mensch ohne gerechtfertigten Grund zu töten, ist eine der größten Sünden, die der Quran beschreibt:

... dem, der einen Menschen, ohne dass dieser einen Mord begangen oder Korruption im Lande gestiftet hat, tötet, es angerechnet werden soll, als hätte er die ganze Menschheit getötet. Und dem, der ein Leben erhält, soll es angerechnet werden, als hätte er die ganze Menschheit am Leben erhalten. Und unsere Gesandten kamen zu ihnen mit deutlichen Beweisen, doch selbst dann ergingen sich viele von ihnen daraufhin in Maßlosigkeiten auf Erden. (Sure 5:32 - al-Ma'ida)

Und die, die keine anderen Götter neben Allah anrufen und kein Menschenleben töten, das Allah unantastbar gemacht hat, es sei denn entsprechend des Rechts, und die keine Unzucht betreiben. Wer dies jedoch tut, begegnet einer schmerzliche Strafe. (Sure 25:68 - al-Furqan)

Wie aus den obigen Versen ersichtlich, droht denjenigen, die unschuldige Menschen ohne Grund töten, eine drastische Strafe. Allah teilt uns mit, dass vor Ihm die Tötung einer einzigen Person ebenso verwerflich ist, wie die Tötung der ganzen Menschheit. Niemand, der die von Allah gesetzten Grenzen respektiert, kann auch nur einem Mensch Schaden zufügen, geschweige denn Tausende unschuldige Menschen massakrieren. Diejenigen, die annehmen, sie könnten dem Gericht und der Bestrafung in dieser Welt entgehen, werden letztlich nie erfolgreich sein, denn sie werden in der Gegenwart Allahs Rechenschaft für ihre Taten ablegen müssen. Aus diesem Grund sind die Gläubigen, die wissen, dass sie nach ihrem Tode Rechenschaft für ihre Taten ablegen müssen, sehr bedacht, die Grenzen Allahs nicht zu überschreiten.

Allah befiehlt den Gläubigen, mitleidsvoll und barmherzig zu sein

Im folgenden Vers wird die islamische Ethik erklärt:

Dann wird er zu denen gehören, die glauben und einander zu Geduld und Barmherzigkeit anhalten: Das sind die Gefährten der Rechten. (Sure 90:17-18 - al-Balad)

Wie aus diesem Vers ersichtlich, ist eine der wichtigsten Eigenschaften der Moralität, die den Gläubigen am Tag des Gerichts zur Errettung und zum Eingang ins Paradies verhelfen wird, 'denen zuzugehören, die einander zu Geduld und Barmherzigkeit anhalten'.



Die Ethik des Islams stellt allen Menschen ein friedvolles Leben, Wohlsein, Liebe und Freude in Aussicht...

Die wahre Quelle der Barmherzigkeit ist die Liebe zu Allah. Die Liebe eines Menschen zu Allah führt ihn dazu, dass er auch für die Geschöpfe, die Er erschaffen hat, Liebe empfindet. Jemand, der Allah liebt, empfindet eine direkte Verbundenheit und Nähe zu den Dingen, die Er erschaffen hat. Diese starke Liebe und Nähe, die er für seinen Herrn empfindet, der ihn und die gesamte Menschheit erschaffen hat, leitet ihn an, moralische Vorzüge aufzuzeigen, wie sie im Quran befohlen werden. Wahre Barmherzigkeit tritt zutage, indem er diese Moral lebt. Dieses Modell der Moralität, das eine Fülle der Liebe, Barmherzigkeit und Opferbereitschaft beinhaltet, wird in diesen Versen beschrieben:

Und die unter euch, die gut gestellt und vermögend sind, sollen nicht schwören, Verwandten, Bedürftigen und denen, die um Allahs Willen ausgewandert sind, nichts zu geben, sondern sie sollen nachsichtig sein und vergeben. Wäre es euch nicht lieb, dass Allah euch vergibt? Und Allah ist stets zur Vergebung bereit und überaus barmherzig. (Sure 24:22 - an-Nur)

Und die, die bereits in der Stätte (Medina) ansässig und im Glauben gefestigt waren, lieben die, welche auswanderten und bei ihnen Zuflucht nahmen, und fühlen in ihren Herzen kein Verlangen nach dem, was jenen zuteil wurde und geben ihnen den Vorzug über sich selbst, auch wenn sie dadurch selbst Mangel erleiden. Wer jedoch von seiner eigenen Habsucht erlöst ist, der hat wahren Erfolg erzielt. (Sure 59:9 - al-Haschr)

... die, die Zuflucht und Hilfe gewährten, sie sind die wahrhaft Gläubigen. Ihnen wird Vergebung und eine großzügige Versorgung zuteil. (Sure 8:74 - al-Anfal)

Und dient ausschließlich Allah und assoziiert nichts mit Ihm und erweist den Eltern Wohltätigkeit, sowie den Verwandten, den Waisen, den Bedürftigen, dem nahen und dem fernen Nachbarn, dem Weggefährten, dem Reisenden und den Leibeigenen. Gewiss liebt Allah den nicht, der arrogant und selbstherrlich ist. (Sure 4:36 - An-Nisa)

Die Wohlfahrtsabgaben sind bestimmt für die Armen und Bedürftigen sowie für die, die in der Verwaltung derselben beschäftigt sind, und für die, deren Herzen gewonnen werden sollen, zum Freikauf von Leibeigenen und zur Tilgung von Schulden, für Allahs Zwecke und für mittellose Reisende. Dies ist Allahs Gebot und Allah besitzt Wissen und Weisheit. (Sure 9:60 - at-Tauba)



... während der Terrorismus eine Gesellschaft anstrebt, in der Gewalttätigkeit, Furcht, Besorgnis und Chaos vorherrschen.

 

Diese hohe Stufe der Moral, die, wie im Quran beschrieben, von den Gläubigen verlangt wird, rührt von ihrer tiefen Liebe zu Allah. Aufgrund ihrer Hingabe an Ihn halten sie sich gewissenhaft an die moralischen Maßstäbe, die Allah im Quran niedergelegt hat. Die Gläubigen versuchen nie, den Menschen das Gefühl zu vermitteln, etwas schuldig zu sein, aufgrund der Anteilnahme die sie ihnen erweisen und der Hilfe, die sie ihnen anbieten - sie erwarten nicht einmal, dass ihnen gedankt wird. Ihr eigentliches Ziel ist, Allahs Wohlgefallen durch ihr moralisches Verhalten zu erlangen, da sie wissen, dass sie am Jüngsten Tag über die Befolgung dieser moralischen Gebote Rechenschaft ablegen müssen. Allah hat im Quran ausdrücklich offenbart, dass die Hölle der Lohn derer sein wird, die es bewusst ablehnen, durch ihre Lebensweise die Ethik des Quran zu verwirklichen:

'Was hat euch in das Höllenfeuer gebracht?' Sie werden antworten: 'Wir waren nicht unter denen die ihre Gebete verrichteten, und denen, die die Armen speisten. (Sure 74:42-44 - al-Muddaththir)

'Ergreift ihn und fesselt ihn! Dann lasst ihn das Feuer spüren! Dann legt ihn in eine Kette von siebzig Gliedern und führt ihn hinein! Er war es, der nicht an Allah, den Erhabenen glaubte, noch sich um die Speisung der Notdürftigen bemühte. (Sure 69:30-34 - al-Haqqa)

Hast du den gesehen, der die Vergeltung leugnet? Es ist nämlich derjenige, der den Waisen abweist und die Speisung der Notdürftigen nicht fördert. (Sure 107:1-3 - Al Ma'un)

Noch ermahnt ihr einander, die Notdürftigen zu Speisen. (Sure 89:18 - Al Fadschr)

Wie aus den obigen Versen hervorgeht, besitzt der Muslim, der im Quran beschrieben wird, eine liebevolle und mitfühlende Natur. Niemand, der diese moralischen Qualitäten besitzt, kann Terrorismus oder Gewalttaten, die gegen unschuldige Menschen gerichtet sind, billigen. Die Charakterzüge der Terroristen sind genau das Gegenteil der quranischen Moralität. Ein Terrorist ist ein rücksichtsloser Mensch, der die Welt mit Hass betrachtet und morden, zerstören und Blut vergießen will.

Ein Muslim, der in der Ethik, wie sie im Quran offenbart wurde, erzogen wird, nähert sich jedem mit der im Islam geforderten Liebe, er respektiert alle möglichen Ideen und ist stets bemüht Harmonie zu stiften, wo Zwietracht herrscht, Spannungen zu verringern, alle Seiten zu berücksichtigen und sich gemäßigt zu verhalten. In Gesellschaften, die sich aus derartigen Menschen zusammensetzen, herrscht eine höher entwickelte Kultur, die Menschen erfreuen sich eines höheren Niveaus an sozialer Ethik, Harmonie, Gerechtigkeit und Wohlstand als selbst in den modernsten Staaten der heutigen Welt beobachtet werden können.


Islamische Moralität gebietet den Muslimen, die Rechte der Waisen und der Armen und Notleidenden zu schützen, sich gegenseitig zu unterstützen und einander wohlgesinnt zu sein.

Allah hat Nachsicht und Toleranz befohlen

Das Konzept der Nachsicht und Toleranz, das in den Worten 'Übe Nachsicht' (Sure 7:199 - al-A'raf) beschrieben ist, gehört zu den grundsätzlichsten Lehren des Islams.

Wenn man die islamische Geschichte betrachtet, kann man sehr klar erkennen, wie Muslime dieses wichtige Element der quranischen Ethik in die Praxis des sozialen Lebens übersetzt haben. Wie wir in später folgenden Teilen dieses Buchs im Einzelnen betrachten werden, haben die Muslime überall dort, wohin sie gelangten eine Atmosphäre der Freiheit und Toleranz mit sich gebracht. Sie ermöglichten es Menschen mit völlig unterschiedlichen Religionen, Sprachen und Kulturen, in Frieden und Harmonie unter einem Dach zusammen zu leben, wobei Sicherheit und Freiheit für jedes Mitglied der Gesellschaft gewährleistet waren. Damit boten sie denen, die von ihnen abhängig waren, die Vorteile des Wissens, des Wohlstands und einer gleichen und sozialen Position. Einer der wichtigsten Gründe für das jahrhundertelange Bestehen des Osmanischen Reichs, das sich über weite Gebiete erstreckte, war die Atmosphäre der Toleranz und des Verständnisses, die dem Islam zueigen ist. Die Muslime, die sich jahrhundertelang durch ihre Toleranz und zuvorkommende Natur auszeichneten, waren stets die gerechtesten und barmherzigsten Herrscher. Innerhalb dieses multinationalen Gefüges konnten alle ethnischen Gruppen frei entsprechend ihrer eigenen Religionen und Traditionen leben.


In Gesellschaften, in denen die islamische Ethik realisiert wird, können Kirchen, Moscheen und Synagogen voll funktionsfähig friedlich nebeneinander bestehen. Diese Ansicht von drei Andachtsstätten in einem Asyl für Obdachlose zeigt, wie das Streben nach Frieden durch die, in der moralischen Lehre des Islams geforderte Toleranz und Gerechtigkeit verwirklicht wird.

Toleranz im wahren Sinn kann der Welt nur Frieden und Wohl bringen, wenn sie entsprechend der Richtlinien realisiert wird, wie sie im Quran dargelegt sind. Auf diese Tatsache weist der folgende Vers hin: 'Eine gute Handlung und eine üble gleichen sich bestimmt nicht. Weise das Üble mit etwas Besserem zurück, so wird derjenige, zwischen dem und dir Feindschaft bestand, wie ein inniger Freund werden.' (Sure 41:34 - Fussilat).

Gott hat Nachsicht und Vergebungsbereitschaft im Quran durchwegs als eine vorzügliche Eigenschaft beschrieben und im folgenden Vers hat Er die erfreuliche Verheißung gegeben, dass dementsprechendes Verhalten belohnt wird: 'Und die Vergeltung für eine üble Handlung ist ihresgleichen übel. Doch wer Nachsicht übt und Schlichtung erstrebt, dessen Belohnung obliegt Allah; Er liebt gewiss nicht die, die Unrecht begehen.' (Sure 42:40 - Asch-Schura). In einem anderen Vers hat Er die Gläubigen so beschrieben: 'Die, die sowohl im Wohlstand als auch in der Not spenden, ihren Ärger überwinden und Nachsicht gegen die Menschen üben. Allah liebt die, die Gutes tun.' (Sure 3:134 - Al-Imran). Allah offenbart im Quran, dass es ein tugendhaftes Verhalten ist, jemanden zu verzeihen, selbst wenn er Unrecht begangen hat. Ein Vers zu diesem Thema lautet:

... Und es wird nie enden, dass du auf Verrat ihrerseits stößt, von wenigen Ausnahmen abgesehen. Doch sei nachsichtig gegen sie und vergib ihnen! Gewiss liebt Allah die, die Gutes tun. (Sure 5:13 - al-Ma'ida)

All dies zeigt, dass die Moralität, die der Islam der Menschheit empfiehlt, der Welt die Tugenden des Friedens, der Harmonie und Gerechtigkeit bringt. Die Barbarei, die als Terrorismus bekannt ist und gegenwärtig die ganze Welt so sehr beschäftigt, ist das Werk ignoranter und fanatischer Menschen, die der Ethik des Quran vollständig entfremdet sind, und absolut nichts mit Religion zu tun haben. Die Antwort zu diesen Individuen und Gruppen, die versuchen, ihre Grausamkeiten unter dem Deckmantel der Religion zu vollbringen, ist die wahre Moralität die der Quran lehrt. In anderen Worten, der Islam und die Ethik des Quran sind die Erlösung vom Fluch des Terrorismus und nicht seine Verfechter.

 

 
    

1. Prof. Thomas Arnold, The Spread of Islam in the World, A History of Peaceful Preaching, Goodword Books, 2001, S. 79 f.