HAUPTSEITE ÜBER DIESE WEBSEITE KONTAKT
24 Stunden im Leben eines Muslim - Harun Yahya

24 Stunden im Leben eines Muslim

Die da Allahs gedenken im Stehen und Sitzen und Liegen und über die
Schöpfung der Himmel und der Erde nachdenken: "Unser Herr, Du hast dies nicht
umsonst erschaffen! Preis sei Dir! Bewahre uns vor der Feuerspein!
(Sure 3:191 - Al-Imran)




Beim Frühstück

Ein Gläubiger, der von Allah mit Verstand und Denkfähigkeit ausgestattet wurde, weiß, wenn er morgens zum Frühstück die Küche betritt, dass in der Erschaffung der Wohltaten und Speisen, die in seinen Dienst gestellt wurden, so manche Glaubenswahrheiten verborgen sind.

Das Feuer beispielsweise, das er benutzt um sein Essen zu kochen, kann ihm selbst, anderen und den Dingen großen Schaden zufügen. Doch Feuer ist unbedingt notwendig, um Nahrungsmittel in eine essbare Form zu bringen und aus diesem Grund ein großer Segen. Wie alles auf der Welt wurde auch das Feuer in den Dienst des Menschen gestellt. Dies bringt Allah in einem Vers folgendermaßen zur Kenntnis.

Er hat euch alles dienstbar gemacht, was in den Himmeln und auf Erden ist; alles ist von Ihm. Hierin sind wahrlich Hinweise für nachdenkliche Leute. (Sure 45:13 - al-Dschathiya)

Daneben erinnert das Feuer den glaubenden Menschen im weltlichen Leben an die Höllenqual. Wenn Allah im Quran das in der Hölle zu Erlebende beschreibt, spricht Er von einem heftigen Feuer. Die Feuerqualen, die unser Herr für die Leugnenden bereithält, werden folgendermaßen beschrieben:

Der Tage, an dem sie im Feuer schmerzlich geprüft werden. (Sure 51:13 - adh-Dhariyat)

Verbrennen wird das Feuer ihre Angesichter, und ihre Lippen werden sich dort verzerren. (Sure 23:104 - al-Mu'minun)

Und wer nicht an Allah glaubt und Seinem Gesandten, für die(se) Ungläubigen haben Wir eine Feuersglut bereitet. (Sure 48:13 - al-Fath)

Denkt ein von tiefer Überzeugung erfüllter Gläubiger an diese Feuerstrafe in der Hölle, dann steigt seine Gottesfurcht noch an. Er betet zu Allah und flüchtet vor dem Höllenfeuer zu Ihm.

Für einen aufrichtig und vorurteilsfrei denkenden Menschen besitzen die Nahrungsmittel auf dem Frühstückstisch einen verborgenen Sinn. Alle Nahrungsmittel, Brot, Honig, Milch, Tomaten, Paprika, Oliven, Eier, Tee und Kaffee mit ihren unterschiedlichen Nährwerten, Geschmacksrichtungen und Gerüchen sind Gottesgaben. Sie versorgen den Körper mit notwendigen Proteinen, Kohlenhydraten, Fetten, Vitaminen, Mineralien und Flüssigkeit. Um ein gesundes Leben zu führen, ist es notwendig, sich regelmäßig zu ernähren. Dies ist allerdings nicht schwierig, unbehaglich oder mühevoll, sondern eine dem Menschen Freude bereitende Handlung. Speisen und Getränke wie Obst, Gemüse, Kuchen, Desserts und Bonbons versorgen den Menschen nicht nur mit allen notwendigen Nährstoffen sondern sind auch Grund zur Freude. Unsere Aufzählung besteht aus Wissen, das allen Menschen wohlbekannt ist und kleinen Einzelheiten, mit denen die Menschen bereits 24 Stunden nach ihrer Geburt vertraut sind. Doch die meisten Menschen denken nicht in dem notwendigen Maß an die Schönheiten, die unser Herr uns im täglichen Leben zur Verfügung stellt. Jeder sieht sie als selbstverständlich an, ohne sich ihres Wertes bewusst zu sein.

So besitzen die leckersten Speisen und Getränke Eigenschaften, die den menschlichen Körper versorgen, und in ihrer Erschaffung ist ein großes Wunder zu sehen. Honig zum Beispiel wird von einer nur wenige Gramm schweren Biene in an ein Wunder grenzender Weise produziert. (Weitere Informationen siehe Harun Yahya, Das Wunder der Honigbiene) Sowohl wegen der enthaltenen Vitamine, wie auch wegen der stofflichen Besonderheiten ist Honig ein Heilmittel für Menschen. Unser Herr beschreibt im Quran diese Besonderheiten des Honigs und die Tatsache, dass er die Biene anregte, Honig zu produzieren:

Und dein Herr lehrte die Biene: "Baue dir Wohnungen in den Bergen, in den Bäumen und in dem, was sie (dafür) erbauen. Dann iss von allen Früchten und ziehe leichthin auf den Wegen deines Herrn." Aus ihren Leibern kommt ein Trank von unterschiedlicher Farbe, der eine Arznei für die Menschen ist. Darin ist wahrlich ein Zeichen für Menschen, die nachdenken. (Sure 16:68, 69 - an-Nahl)

Ein Gläubiger, der an die Entstehung von Honig denkt, bemerkt das Wunder dieser Schöpfung, und er versteht sofort, dass die Blüten der Blumen und des Obstes, die den Hauptbestandteil des Honigs darstellen und die Bienen, die den Nektar in Honig verwandeln, kein Zufall sein können. Aus all diesen Gründen nimmt die Nähe zu, die der Gläubige zu Allah verspürt.

Auch der unbedingte Gehorsam einer winzig kleinen Biene gegenüber unserem Herrn ist ein Wunder. Der Gläubige versteht, dass die fehlerlose Arbeit der mit strikter Disziplin unermüdlich arbeitenden Honigbiene, die über keinen Verstand und kein Bewusstsein verfügt, durch die Inspiration Allahs zustande kam.

Die Bedeutung von Fleisch, Milch, Käse, Butter, Eiern und anderen tierischen Nahrungsmitteln, die Allah in den Nutzen der Menschen gestellt hat, werden in der Sure Mu'minun folgendermaßen erklärt.

Und auch im Hornvieh ist wahrlich eine Lehre für euch. Wir geben euch von dem zu trinken, was in ihren Leibern ist, und ihr habt viel Nutzen von ihnen und esst auch davon. (Sure 23:21 - al-Mu'minun)

Bei der Erklärung des Nutzens, den die Menschen aus den Tieren ziehen, spricht Er in dem Vers von "dem was in den Bäuchen der Tiere ist". Zum Beispiel befinden sich in der Kuh die Reste des gefressenen Futters, Wasser, Blut, das in den Adern fließt und innere Organe. So ist es tatsächlich ein Wunder, dass aus diesem Gemenge eine weiße, saubere, gut riechende und dem Menschen nützliche Flüssigkeit, nämlich Milch entsteht. Überdies wird Milch unter gesunden Bedingungen produziert, obwohl sich an der gleichen Stelle auch Abfallprodukte befinden.

Ein weiteres Zeichen für die außerordentliche Weisheit Allahs ist, dass der Ausgangsstoff für die weiße Milch grünes Gras ist. Aber mit Hilfe des vollkommenen Systems, das Allah in den Körpern milchgebender Tiere erschaffen hat, entsteht aus einem grünen Feststoff eine weiße Flüssigkeit. Unser Herr lässt im Quran über die Milch berichten:

Seht, am Vieh habt ihr wahrlich eine Lehre. Wir geben euch von dem zu trinken, was zwischen Kot und Blut in ihren Leibern ist, reine Milch, köstlich zum Trinken. (Sure 16:66 - an-Nahl)

Es ist bekannt, dass Milch ein reichhaltiges Lebensmittel ist, das viele Stoffe enthält, die der Mensch für seine Konstitution braucht. Sowohl im Leben von Kindern wie auch Erwachsenen spielt sie eine Rolle.

Auch Eier sind ein Nahrungsmittel, das zwar klein, aber von hohem Nährwert ist und das wir von Tieren erhalten. Die Entstehung von Eiern, die reich an Proteinen, Vitaminen und Mineralien sind, ist ein anderes Wunder. Das Huhn, das über keinen Verstand verfügt, legt jeden Tag ein Ei, obwohl es selbst kein Bedürfnis danach hat und schützt das Ei mit einer vollkommenen Verpackung. Darüber nachzudenken, wie die Eierschale mit der Flüssigkeit entstand und wie die Flüssigkeit in das deckellose Ei kam, steigert die Bewunderung, die ein gläubiger Mensch für die Schöpfungskunst Allahs empfindet.

Auch der Tee, das unverzichtbare Frühstücksgetränk, stammt von einer Pflanze. Nach dem die Blätter dieser Pflanze besonders behandelt wurden, erhält man ein wohlriechendes Getränk, das den Schlaf vertreibt. Hunderte von Pflanzen, die außer dem Tee aus dem Boden sprießen, führen uns die endlose Kraft, Weisheit und Barmherzigkeit Allahs vor Augen, der all das erschaffen hat. So wie unser Herr in der al-An'am Sure, Vers 141, wissen lässt: "Und Er ist es, welcher Gärten mit Rebspalieren und ohne Rebspaliere wachsen lässt und die Palmen und das Korn, dessen Arten verschieden sind, und die Oliven und die Granatäpfel, einander gleich und ungleich... " (Sure 6:141 - al-An'am)

Es muss auch darauf hingewiesen werden, dass von den zahllosen Wohltaten, die Allah erschaffen hat, der Mensch soviel er will zu seinem Lebensunterhalt verwenden kann. Allah bringt schon im Quran zur Kenntnis, dass, wenn Er die Menschen auf Erden durch Armut und Reichtum prüft, diejenigen, von deren Anstand Er überzeugt ist, als Entschädigung für die Prüfung die ewigen Wohltaten des Paradieses erlangen werden. So ist zum Beispiel der Frühstückstisch mancher Menschen mit vielerlei unterschiedlichen Speisen gedeckt, der Tisch anderer aber nur mit ein paar Lebensmitteln. Der Gläubige wird jedoch immer seinen Möglichkeiten entsprechend in einer Allah zufrieden stellenden Weise handeln, und Ihm mit großer Aufrichtigkeit danken. Wenn er reich ist, wird er nicht prahlen oder eingebildet sein. Wenn er aber arm ist, wird er deswegen nicht die kleinste Traurigkeit empfinden und in Bedrängnis geraten.

Der Gläubige ist sich bewusst, dass Allah ihn prüft und dass im weltlichen Leben alles endlich ist. Schließlich lässt Allah im Quran wissen, dass Er die Menschen mit Gutem und Bösem prüft. "Und Wir stellen euch auf die Probe, mit Bösem und mit Gutem. Und zu Uns kehrt ihr zurück." (Sure 21:35 al-Anbiya) Deshalb weiß ein Mensch, der die Sittenlehre des Qurans lebt, dass nicht die ihm dargebotenen Wohltaten, sondern sein Verhalten angesichts dieser Wohltaten seinen von Allah zu erhaltenden Lohn vergrößert. Der Gläubige dankt Allah von ganzem Herzen, auch wenn seine Möglichkeiten beschränkt sind. Allah hat im Quran wissen lassen, dass die Wohltaten derer zunehmen werden, die aufrichtig und mit Bestimmtheit danken, die Qualen derjenigen aber größer werden, die undankbar und anmaßend sind.

Und als euer Herr ankündigen ließ: "Wahrlich, wenn ihr dankbar seid, will ich euch (noch) mehr geben. Seid ihr jedoch undankbar, dann ist Meine Strafe gewiss streng". (Sure 14:7 - Ibrahim)

Ein Mensch, der über die fehlerlosen Schöpfungsbeweise in seiner Umgebung nachdenkt, wird neben dem verborgenen Sinn der Speisen auch über die Weisheit des Baus des Mundes und dessen Funktion nachdenken, der dazu geschaffen ist, das Essen zu erleichtern. Denn es ist so, dass Lippen, Zähne, Kieferknochen, Speicheldrüsen und Millionen von Zellen in einwandfreier Weise zusammenarbeiten müssen, damit der Mensch essen kann. Dies geschieht mittels einer so hervorragenden Organisation, dass viele Vorgänge gleichzeitig und ohne Fehler ablaufen können. Während die Zähne von den Speisen abbeißen und diese zerkleinern, trägt die Zunge diese wieder und wieder zum Kauen zwischen die Zähne. Die kräftigen Muskeln des Kiefers helfen den Zähnen beim Kauen und bewegen sich harmonisch mit der Zunge. Die Lippen dagegen haben die Funktion eines sicheren Verschlusses, der verhindert, dass die Speisen aus dem Mund fallen.

Auch die einzelnen Organe funktionieren in fehlerloser Zusammenarbeit. Zum Beispiel hat jeder Zahn, je nach Standort und Machart die Funktion des Abbeißens oder Kauens. Alle Zähne sind entsprechend ihrem Standort und ihrer Aufgabe in ordentlicher Weise aufgereiht. Alle sind gerade lang genug um mit dem gegenüberliegenden Zahn gemeinsam zu funktionieren. Selbstverständlich haben diese Organe keinen Verstand und kein Bewusstsein und es kann nicht die Rede davon sein, dass sie untereinander die Entscheidung zur Zusammenarbeit treffen. Die oben kurz beschriebene spezielle, hervorragende Ordnung kann kein Zufall sein, denn jedes Teil ist aufgrund eines bestimmten Zweckes geplant, genauso wie es sein muss. Zweifellos ist diese wunderbare Planung das Werk unseres Herren "...Der alle Dinge erschaffen und sie sinnvoll geordnet hat." (Sure 25:2 - al-Furqan). Allah hat alles erschaffen, damit die Menschen bequem und mit Freuden essen können.

Ein weiteres wichtiges Thema, über das der Gläubige nachdenkt, ist die problemlose Wahrnehmungsfähigkeit von Geruch und Geschmack der Speisen in der Küche. Das lebenslange und fehlerlose Funktionieren der Sinneswahrnehmungen Geruch und Geschmack zeigt, dass sie in seinem Namen ihren Dienst verrichten. Darüber hinaus wurde hierfür kein Preis bezahlt, keine Ausbildung unternommen und keine Mühe aufgewendet. (Weitere Informationen siehe Harun Yahya, Das Wunder von Geruch und Geschmack)

Wenn der Mensch über keinen Geschmackssinn verfügen würde, hätte der Geschmack verschiedener Speisen, von Desserts, Fleisch, Fisch, Gemüse, Suppen, Salaten, Kuchen, Gebäck, Obst, Getränken, Marmeladen, Eis und Bonbons keine Bedeutung. Überdies kann der Geschmack auch wenig angenehm sein, fade, schlecht, Übelkeit oder Unbehagen erregend. Zweifellos ist das Geschmackssystem speziell für den Menschen erschaffen worden und es ist ein großer Fehler, diese Tatsache aus gewohnheitsbedingter Interesselosigkeit nicht zu beachten. Allah lässt im Quran folgendermaßen davon berichten, dass Er für die Menschen schöne und saubere Speisen erschaffen hat:

Allah ist es, Der die Erde euch zu einem Rastplatz und den Himmel zu einem Zeltdach gemacht hat und Der euch formte - und euere Gestalt schön machte! - und euch mit Gutem versorgte. So ist Allah, euer Herr. Segensreich ist Allah, der Herr der Welten! (Sure 40:64 - Ghafir)

Denn für denkende, intelligente Menschen ist jeder Geschmack ein Anlass, Allah so zu loben, wie es sich gehört, sich an seine Dankesschuld zu erinnern, Ihn zu preisen und Ihm zu danken. Ein Gläubiger, der weiß, dass alle wohlschmeckenden Speisen und Getränke von Allah stammen, wird sich bei jeder Mahlzeit daran erinnern und unserem Herrn danken. Allah teilt im Quran folgendes mit:

Und ein Zeichen ist ihnen die tote Erde. Wir beleben sie und bringen daraus Korn hervor, von dem sie essen; und Wir machen auf ihr Gärten mit Palmen und Weinreben und lassen Quellen daraus entspringen, damit sie von ihren Früchten essen, obwohl sie nicht ihrer Hände Werk sind. Wollen sie denn nicht dankbar sein? (Sure 36:33-35 - Ya Sin)

Sahen sie denn nicht, dass Wir unter dem, was Unsere Hände schufen, das Vieh machten, über das sie gebieten? Und Wir machten es ihnen gefügig. Auf einigen reiten sie, von den anderen ernähren sie sich. Und sie haben von ihnen Nutzen und Trank. Wollen sie denn nicht dankbar sein? (Sure 36:71-73 - Ya Sin)

Manche Menschen jedoch fühlen nicht die Notwendigkeit über äußers wichtige Tatsachen nachzudenken, obwohl sie ihre Bedürfnisse ihr Leben lang in vorzüglicher Weise decken, und geschmackvolle Speisen unterschiedlichen Geruchs und Geschmacks zu sich nehmen können. Sie tun so, als würden sie nicht verstehen, dass Allah diese unvergleichlichen Wohltaten speziell für sie erschaffen und ihnen dargeboten hat und dass es deshalb notwendig ist Allah zu danken. Dies ist aber ein äußerst falsches Verhalten. Die Menschen dürfen nicht vergessen, dass sie im Jenseits gefragt werden, ob sie Allah gedankt haben, oder nicht.

Der Gläubige ist sich bewusst, dass sein Körper ihm von Allah treuhänderisch übergeben wurde, dass er verpflichtet ist, in der besten Weise für diese unvergleichliche Wohltat zu sorgen und dass es deshalb notwendig ist, sich gesund zu ernähren. So weiß der Gläubige auch, dass ausreichende und ausgewogene Ernährung unverzichtbar sind, um arbeitsfähig zu bleiben. Er weiß, dass er gezwungen ist, für Entwicklung, Erneuerung und Funktion der 100 Millionen Zellen des menschlichen Körpers von allen Nahrungsmitteln ausreichend zu sich zu nehmen. Aus diesem Grund nimmt er sowohl beim Frühstück, als auch den ganzen Tag über saubere, gesunde und naturbelassene Lebensmittel zu sich und meidet schädliche Nahrungsmittel, so verlockend und schmackhaft diese auch immer sein mögen. Diesbezüglich ist er weder faul noch nachlässig. So weiß er zum Beispiel, dass die Reinigung des Körpers von schädlichen Stoffen und das Überwinden von Abgespanntheit und Müdigkeit an genügend Wasserzufuhr gebunden ist, und er trinkt tagsüber genug. Viele Menschen vernachlässigen dies. Unser Prophet hat unsere Aufmerksamkeit einige Male auf das Wasser gelenkt. Zum Beispiel hielt er während einer Reise unterwegs an und bat seine Begleiter um Wasser. Nachdem er Hände und Gesicht gewaschen hatte, trank er vom Wasser und sagte zu dem daneben stehenden Genossen: Giesse auch du Wasser auf Gesicht und Nacken. (Gesamter Text Sahih-i Buhari, Konyali Mehmed Vehbi, 4. Band, Üçdal Neþriyat, Istanbul 1993, S. 64-65, übersetzt aus dem Türkischen) Nachdem unser Prophet Wasser getrunken hatte, betete er folgendermaßen: "Gelobt sei Allah, der mit Gnade das Wasser süß und nicht salzig erschaffen hat." (Huccetü'l Islam Imam Gazali, Ihya'u Ulum'id- din, 2. Band, Huzur Yayinevi, Istanbul 1998, S. 16, übersetzt aus dem Türkischen).

Unterwegs

Nach dem Frühstück werden die Menschen am Arbeitsplatz, in der Schule, oder an einem anderen Ort von verschiedenen Aufgaben erwartet. Für die meisten Menschen gibt es bestimmte Tätigkeiten, die zu erledigen sind, bevor es Abend wird. Allah hat diese Tatsache im Quran folgendermaßen ausgedrückt: "Während du am Tage lange den Geschäften nachgehen kannst." (Sure 73:7 - al-Muzzammil) und "Und Er ist es, Der euch... jeden (neuen) Tag zu einer Auferstehung gemacht hat. " (Sure 25:47 - al-Furqan) Der Gläubige betrachtet jeden vor ihm liegenden Tag als eine neue Gelegenheit, die Zufriedenheit Allahs und das Paradies zu gewinnen und gesegnete Werke zu verrichten. Wie dringend die Arbeiten auch sein mögen, er vergisst auf keinen Fall die Zufriedenheit Allahs zu suchen. ..."O mein Herr! Halte mich dazu an, für Deine Gnade zu danken, die Du mir und meinen Eltern gewährt hast und rechtschaffen zu handeln, zu Deinem Wohlgefallen. Und führe mich in Deine Barmherzigkeit unter Deine rechtschaffenen Diener ein." (Sure 27:19 - an-Naml) und nimmt sich das Gebet seiner Heiligkeit Salomon als Beispiel und bittet unseren Herrn, ihn für die Tagesarbeit zu inspirieren.

Jeder, der das Haus verlässt, um zur Arbeit oder Schule zu gehen, begegnet zahlreichen Lebewesen und Ereignissen, die Anlass zum Nachdenken geben. Alles was der Mensch sieht, geschieht mit Allahs Wissen und aus Seinen Wunsch und hat einen bestimmten Zweck. Ein Gläubiger, der diese Tatsache nicht vergisst, sieht, wenn er den Kopf hebt, dass der Himmel in hervorragender Weise erschaffen wurde "Und Wir machten den Himmel zu einem wohlbehüteten Dach... " (Sure 21:32 - al-Anbiya).

Das "wohlbehütete Dach" ist die Erdatmosphäre. Sie umhüllt unseren Planeten und übernimmt lebenswichtige Funktionen, damit das Leben existieren kann. Die Atmosphäre filtert die Strahlen aus dem Weltraum, die für Lebewesen gefährlich sind, lässt kleinere Meteoriten schmelzen, die sich der Erde nähern und verhindert, dass diese den Lebewesen Schaden zufügen. Sie schützt die Erde vor der Kälte des Weltraums, die minus 273 Celsius beträgt. Auch wenn viele Menschen es nicht erkennen, so hat Allah dennoch ein ideales Umfeld für das Leben geschaffen und dieses gegen Gefahren aus dem Weltraum geschützt. Allah hat im Quran folgendermaßen zur Kenntnis gegeben, dass ein Gläubiger, der den Weltraum beobachtet, diesen eindeutigen und fehlerlosen Schöpfungsbeweis verstehen wird.

Der sieben Himmel erschaffen hat, einen über dem anderen. Du erblickst in der Schöpfung des Erbarmers kein Missverhältnis. So schau dich von neuem um, ob du Mängel siehst! Dann lass den Blick ein weiteres Mal schweifen - jedes Mal wird dein Blick stumpf und matt zu dir zurückkehren. (Sure 67:3, 4 - al-Mulk)

Allah hat im Quran weiterhin mitgeteilt, dass diejenigen, die mit tiefem Glauben Himmel und Erde betrachten, einen Schöpfungsbeweis finden werden:

Sehen sie denn nicht zum Himmel über sich empor: Wie Wir ihn erbauten und ausschmückten und dass er keine Risse hat? Und die Erde, Wir breiteten sie aus und setzten festgegründete (Berge) darauf und ließen auf ihr (Pflanzen) von jeglicher schönen Art wachsen, zur Einsicht und Ermahnung für jeden sich reumütig bekehrenden Diener. (Sure 50:6-8 - Qaf)

Wendet der Gläubige seinen Blick vom Himmel zur Erde, dann findet er weitere Schöpfungsbeweise. Unter dem Boden, auf dem er sich sicher bewegt, befindet sich eine Magma genannte Feuerschicht. Überdies ist die Oberfläche der Erde äußerst dünn, das Feuer befindet sich also direkt unter seinen Füßen. Vergleicht man die Erde mit einem Apfel, dann ist die Erdoberfläche gerade so dick wie die Apfelschale. Ein Gläubiger, der sich diese Tatsachen vor Augen hält, versteht ein weiteres Mal, dass die Welt und alle Lebewesen auf ihr ihre Existenz nur mit dem Wunsch Allahs sicher fortsetzen und dass sie dank des makellosen Gleichgewichtes leben, das Er erschaffen hat. Die Gläubigen, die mit dem Auge der Weisheit um sich blicken, erkennen sofort die Schönheit ihrer Umgebung und die Wunder der Schöpfung. So erhalten zum Beispiel Vögel, die in der Luft ihre eleganten Kreise ziehen, das farbenfrohe Obst in der Auslage eines Obstgeschäftes, oder die angenehmen Gerüche einer Bäckerei, die ja alle ein Segen Allahs sind, für den Gläubigen eine Bedeutung, die andere Menschen nicht nachvollziehen können.

Ein Gläubiger, der auf der Straße dahingeht, denkt über die zahllosen Schöpfungsbeweise nach und bedenkt auf der anderen Seite sein Verhalten. So geht er zum Beispiel in einer Weise, die weit entfernt ist von Übertreibung und Angabe. Denn Allah hat in einem Vers wissen lassen, dass das Laufen in einer schlichten Weise richtig ist.

"Mäßige deinen Schritt..." (Sure 31:19 - Luqman)

Dadurch, dass ein einfacher Mensch, ebenso wie bei allen seinen Verhaltensweisen auch beim Gehen einen Mittelweg findet, werden die Gläubigen in Seinen Augen geschätzt. Die Gläubigen wissen, dass es Allah ist, Der die Menschen erschaffen und diese mit allen Eigenschaften ausgestattet hat. Allerdings verschließen Menschen, die sich vom Quran entfernt haben, ihre Augen vor dieser Tatsache und meinen, dass alle Eigenschaften, die sie besitzen, ihnen selbst gehören. Diese Menschen schreiben sich selbst ihre Schönheit, ihren Reichtum, ihr Wissen und ihren Erfolg zu, fühlen sich erhaben und werden arrogant. Aus Hochmut wollen sie andere Menschen unterdrücken und über diesen stehen. So, wie sich diese Gedanken in ihren Worten und allen Verhaltensweisen widerspiegeln, so zeigt es sich auch in ihrer Art zu Gehen. Doch jeder Mensch ist gegenüber dem außerordentlichen Wissen und der Allmacht Allahs hilflos und bedarf in jedem Moment seines Lebens Allahs Hilfe. Allah hat die Menschen, die nicht mit diesem Bewusstsein leben, in den Quranversen warnt und Prahlerei im Quran folgendermaßen verboten:

Und sei gegen die Menschen nicht hochfahrend und stolziere nicht eitel auf Erden herum. Siehe, Allah liebt keinen eingebildeten Prahler. (Sure 31:18 - Luqman)

Und stolziere nicht überheblich auf Erden herum. Du kannst doch bestimmt die Erde nicht spalten und die Berge nicht an Höhe erreichen. (Sure 17:37 - al-Isra')

Ein Mensch, der nach den quranischen Moralvorstellungen lebt, weiß, dass er jeder Zeit schwach ist, dass er mit dem Wunsch Allahs lebt, dass ihm sein ganzes Hab und Gut von Allah, dem einzigen Besitzer des Universums, gegeben wurde. Weil er jeden Moment in diesem Bewusstsein lebt, bewertet er alles in seiner Umgebung entsprechend dem Quran.

Es liegt auf der Hand, dass ein Mensch tagsüber durch Laufen nicht viel Wegstrecke hinter sich bringen kann. Laufen ist für eine kurze Strecke einfach und ein großer Segen Allahs. Allerdings reicht die menschliche Kraft nicht aus, eine lange Strecke zu laufen, denn nach kurzer Zeit ermüdet der Körper und erlaubt kein Weitergehen mehr. Allah, der diese Schwäche seiner Diener kennt, hat für diese Tiere und Fahrzeuge erschaffen um den Transport zu erleichtern. Einige der Quranverse, die von dieser großen Gnade berichten, die ein Zeichen für das Mitleid und die Güte Allahs gegenüber den Menschen ist, lautet folgendermaßen.

Und sie tragen euere Lasten in Länder, die ihr sonst nicht ohne größte Mühe hättet erreichen können. Seht, euer Herr ist wahrlich gütig und barmherzig. Und (Er erschuf) die Pferde und die Kamele und die Esel, damit ihr auf ihnen reitet, und zum Schmuck. Und Er wird (manches) erschaffen, wovon ihr (heute) nichts wisst. (Sure 16:7, 8 - an-Nahl)

...und für euch Schiffe und Tiere gemacht hat, um sie zu besteigen. (Sure 43:12 - az-Zukhruf)

Siehst du denn nicht, dass Allah euch (alles) dienstbar gemacht hat, was auf Erden ist, so wie die Schiffe, die das Meer auf Sein Geheiß durcheilen? Und Er hält den Himmel, damit er nicht auf die Erde fällt, außer mit Seiner Erlaubnis. Allah ist wahrlich gegen die Menschen mitfühlend und barmherzig. (Sure 22:65 - al-Hadsch)

Allah hat verschiedene Metalle wie Eisen und Stahl und diverse Möglichkeiten erschaffen und die Menschen inspiriert, diese zu verwenden und unterschiedliche Fahrzeuge zu bauen. Die Menschen haben mit dem Wunsche Allahs Transportmittel wie Auto, Omnibus, Zug, Schiff und Flugzeug erfunden. Auf diese Weise hat unser Herr das Reisen für die Menschen erleichtert, ohne dass sie dabei ihre Kraft verbrauchen. Gegenüber diesen Wohltaten ist es an den Menschen, sich beim Besteigen dieser Fahrzeuge an Allah zu erinnern. Sie müssen Seinen Namen loben und Ihm danken. Dies hat Allah in Quran so zur Kenntnis gebracht:

So dass ihr fest auf ihren Rücken sitzt und der Gnade eueres Herrn gedenkt, wenn ihr darauf sitzt, und sagt: "Preis sei Dem, Der uns all dies verfügbar gemacht hat! Wir wären hierzu nicht imstande gewesen." (Sure 43:13 - az-Zukhruf)

Der Verkehr hat heute im Vergleich zu früher eine viel bequemere und schnellere Form angenommen. Ein Mensch, der nach den Moralvorstellungen des Quran lebt, denkt darüber nach; dies ist einer der Wege, sich Allah anzunähern und Ihm für seine Wohltaten in aufrichtiger Weise zu danken.

Wenn der Gläubige in einem Verkehrsmittel reist, denkt er wiederum an Allah. So sind der Fahrer des nächsten Wagens, Farbe und Modell des Wagens, die anderen Fahrzeuge und Menschen, deren Bewegungen, ein Schriftzug im Fenster des Vordermanns, Gebäude, die entlang der Straße stehen, deren Formen, Schaufenster, Reklametafeln und deren Schriften Details, die die göttliche Vorsehung erschaffen hat. Allah teilt dies den Menschen in dem Vers "Siehe, alle Dinge erschufen Wir nach Maß und Plan." (Sure 54:49 - al-Qamar) mit.

Allah hat nicht nur Dinge, denen ein Mensch begegnet, geschaffen, sondern alle Dinge, denen die Milliarden von Menschen in jedem Moment begegnen. Für einen Menschen, der nach den quranischen Moralvorstellungen lebt, ist dies ein Anlass, daran zu denken, und sich bewusst zu verhalten, da Allah jeden Augenblick bei ihm ist und jede Bewegung und jedes Verhalten sieht. Da er den ganzen Tag dessen eingedenk ist, kann ihn weder ein Verkehrsstau, noch ein ausscherendes Fahrzeug, keine Schwierigkeit und auch kein Unbehagen von seinem Vertrauen in Allah abhalten. Manche Menschen geraten in Ungeduld bei kleinen unangenehmen Ereignissen, manche verlieren sogar ihre Beherrschung und verhalten sich dann in unangebrachter Weise. Ein Verkehrsstau oder ein unaufmerksamer Autofahrer kann zu nervösen Wortgefechten, Rufen und Schreien führen. Er verträgt es nicht, im Verkehrsstau zu stecken, drückt auf die Hupe und stört andere Menschen. Der Grund für solche negativen Verhaltensweisen ist darin zu sehen, dass diese Menschen vergessen haben, dass alles mit Allahs Kontrolle geschieht.

Für einen Menschen, der der Moral des Qurans den Rücken zukehrt, ist der Verkehr keine Wohltat, sondern Mühe und Unannehmlichkeit. Zum Beispiel ist sein Verstand den ganzen Tag mit Schlaglöchern auf der Straße, Verkehrsstaus, einem plötzlichen Regenguss und anderen Belangen beschäftigt. Diese leeren Gedanken haben aber weder für ihn selbst, noch für das Leben auf der Erde noch für das Jenseits irgendeinen Nutzen. Viele Menschen behaupten, dass der eigentliche Grund, weshalb sie nicht tiefgehend nachdenken können, der Kampf ist, den sie auf dieser Welt auszufechten gezwungen sind. Sie sagen, da sie Zeit benötigen um ihre Bedürfnisse an Essen, Unterkunft und Gesundheit zu decken, haben sie keine Zeit mehr, um über Allahs Existenz und über die Schöpfungsbeweise nachzudenken. Dies ist jedoch nichts anders als eine Ausflucht. Die Verantwortung oder die Situation, in der sich ein Mensch befindet hat nichts mit dessen Gedanken zu tun. Denn ein Mensch, der an die Wohltaten unseres Herrn denkt, der Allah zufrieden stellt, der an die Schöpfungsbeweise, das Schicksal, das Jenseits und den Tod denkt, der wird auch Allahs Hilfe finden. Er wird sehen, dass einige Sachverhalte, die für ihn ein Problem sind, sich lösen und er ganz bequem mehr Zeit zum Nachdenken erhält.

Der Gläubige vergisst niemals, dass der Schöpfer eines jeglichen Umfeldes, in dem er sich tagsüber befindet, Allah ist. Daher wird er sich in schöner Weise gedulden, oder, falls sich die Möglichkeit bietet, den Grund für den Verkehrsstau beseitigen. Wenn es ein Problem gibt, das nicht mit persönlichem Einsatz gelöst werden kann, dann muss er sich in Geduld üben. Es ist als unverständliches und falsches Verhalten anzusehen, wenn er, wie manche Menschen, nervös wird, schreit und diskutiert und sowohl sich selbst wie auch anderen Schaden zufügt.

Es ist falsch, wenn man erwartet, dass zur Prüfung der Geduld große Schmerzen oder Tragödien erforderlich sind. Denn Allah prüft die Menschen den ganzen Tag mit großen und kleinen Ereignissen. Auf diese Weise versucht er die Menschen mit kleinen Unfällen, Verkehrsstaus und dem Unbehagen des Zuspätkommens. Doch Menschen, die nach den quranischen Moralvorstellungen leben, gedulden sich ohne den kleinsten Unmut und ohne sich zu beschweren. Schließlich lässt Allah im Quran wissen, dass eine der Besonderheiten der Gläubigen die Geduld gegenüber ihnen Unbehagen verursachenden Ereignissen ist.

Deren Herz bei Allahs Erwähnung vor Ehrfurcht bebt, und denen, die standhaft alles erdulden, was sie trifft, und denen, die das Gebet verrichten und von dem spenden, was Wir ihnen bescheren. (Sure 22:35 - al-Hadsch)

Bei Verkehrsunfällen verhält sich der Gläubige ruhig und auf Allah vertrauend. In einer solchen Situation, von der er weiß, dass Allah sie verursacht hat, benimmt er sich vernünftig. Er bemüht sich, die Verletzten am Unfallort zu retten, Hilfe zu rufen und den Schaden des Unfalls in Grenzen zu halten. Er weiß, dass er zu jedem Moment seines weltlichen Leben ein Verhalten an den Tag legen muss, mit dem Allah zufrieden ist. In der al-Mulk Sure teilt Allah folgendermaßen das Schöpfungsziel des Menschen und die ihm übergebene Verantwortung mit.

Der Tod und Leben schuf, um zu prüfen, wer von euch am besten handelt. Und Er ist der Erhabene, der Verzeihende. (Sure 67:2 - al-Mulk)

Der Gläubige, der in jedem Moment seines Lebens die Moralvorschriften des Quran lebt, wird seinem Verstand nicht erlauben, sich mit leeren und bedeutungslosen Gedanken abzugeben. Er richtet seine Aufmerksamkeit auf Ereignisse und Lebewesen, die zu tiefem Nachdenken anhalten. Zum Beispiel halten Menschen, die weit entfernt von der quranischen Morallehre leben, am Himmel fliegende Vögel für ein normales Ereignis. Für Gläubige aber sind Vögel, obwohl sie völlig unabhängig sind, durch ihre mit empfindlichen Flügeln ausgeführten Flugkünste, durch ihr bewegungsloses Gleiten in der Luft, ihren Überschlägen, ihren für Flugmanöver entworfenen Flügeln, ihrem zur Futteraufnahme geeigneten Schnabel, ihrer Flugtechnik, ihrem besonderen Skelett, ihrem Atmungs-, und Verdauungssystem, mit dem komplexen Aufbau ihrer Federn, ihrer Nestbautechnik, ihrem Gehör, ihren Jagd- und Ernährungsmethoden, ihrem Verhalten und den vielen verschiedenen Stimmen zur Brunftzeit und zu anderen Gelegenheiten und mit ihrem wunderbaren Entwurf ein Beweis für die Existenz Allahs und Seine außerordentliche Weisheit und Allmacht. Im Quran lässt Allah in dem Vers "Sehen sie denn nicht die Vögel über sich ihre Schwingen ausbreiten und wieder falten? Nur der Erbarmer stützt sie..." (Sure 67:19 - al-Mulk) die Aufmerksamkeit auf diese Tatsache lenken. Während der Gläubige also auf seinem Weg vorwärts schreitet, beobachtet er Glaubenswahrheiten wie diese in seiner Umgebung und bezeugt jeden Augenblick die endlose Allmacht Allahs.

Im Arbeitsleben

Erwachsene Menschen verbringen ihren Tag zum Großteil mit Arbeit. Doch diejenigen, die sich entsprechend der quranischen Moral verhalten, unterscheiden sich doch in einem wichtigen Punkt von Unwissenden, auch wenn sie im selben Bereich arbeiten. Für den Gläubigen ist es am wichtigsten, seine Verpflichtung als Diener unseres Herren sowie seine Gebete auszuführen, unabhängig davon, wie dringend und zahlreich die zu erledigenden Arbeiten auch sind. Allah ließ diese Tatsache im Quran so ausdrücken:

...Sprich: "Was bei Allah ist, ist besser als Zeitvertreib oder Geschäft. Und Allah ist der beste der Versorger." (Sure 62:11 - al-Dschumu'a)

Der Gläubige ist sich dessen bewusst und lässt sich durch keine Arbeit davon abhalten, sich an Allahs Namen zu erinnern und seine Gebete zu verrichten; zu keiner Zeit vernachlässigt er wegen eines materiellen Nutzens auch nur eine einzige religiöse Vorschrift. Auf diese Besonderheit der Menschen, die nach der quranischen Moral leben, ließ Allah im folgenden Vers hinweisen.

Männer, die weder Handel noch Geschäft abhält von dem Gedenken an Allah und der Verrichtung des Gebets und dem Entrichten der Steuer. Sie fürchten den Tag, an dem sich Herzen und Blick verkrampfen. (Sure 24:37 - an-Nur)

Der Grund, weshalb in diesem Vers vom Handel die Rede ist, liegt darin, dass materielles Interesse eine der größten Schwächen des Menschen ist. Schließlich kann ein Teil der Menschen die Augen vor Glaubensvorschriften verschließen, um mehr Geld zu verdienen, mehr Besitz und mehr Macht anzuhäufen. Zum Beispiel kann er von den Gebeten oder von anderen religiösen Bestimmungen Abstand nehmen und kann, wenn Handeln nach guten Moralvorstellungen erforderlich ist, diese nicht beachten.

Die Erwartungen, die sich ungebildete Menschen von ihren Bemühungen versprechen, beschränken sich auf nur wenige Bereiche. Auf der Welt ein angenehmes Leben zu führen, reich zu werden, Ansehen und Position zu gewinnen, gut zu heiraten und Kinder zu bekommen, auf die man stolz sein kann... Dies sind nur einige Themen, die unwissende Menschen im Leben dem endlosen Jenseits vorziehen. Natürlich sind dies legale Gottesgaben, die jeder Mensch besitzen darf, der auf das Wohlgefallen Allahs und das Jenseits abzielt. Allerdings unterscheiden diese manche Besonderheiten von den Unwissenden: so werden alle Arbeiten zur Zufriedenheit Allahs erledigt, Ausgaben werden auf Allahs Weg und mit Allahs Empfehlung getätigt, und auch beim Handel werden, wie bei allen Arbeiten, immer die Bestimmungen Allahs mit Sorgfalt eingehalten.

In einem Vers wird die Besonderheit einer gottlosen (vom Weg abgekommenen, gegen Allah aufbegehrenden) Gesellschaft, die den Handel über die islamischen Wertvorstellungen erhebt, folgendermaßen beschrieben:

Sprich: "Wenn euere Väter und euere Söhne und euere Brüder und euere Frauen und euere Sippe und das von euch erworbene Vermögen und die Ware, deren Unverkäuflichkeit ihr befürchtet, und die Wohnungen, die euch gefallen, euch lieber sind als Allah und Sein Gesandter und das Bemühen auf Seinem Weg, dann wartet, bis Allah mit Seinem Befehl kommt." Und Allah leitet die Lasterhaften nicht. (Sure 9:24 - at-Tauba)

Das Ich eines von Glaubenstiefe erfüllten Gläubigen vermeidet es unter allen Bedingungen, von solchen Leidenschaften eingenommen zu werden. Die Gläubigen weisen die außerordentlichen Moralvorstellungen auf, die Allah wünscht und erfüllen bei allen Verrichtungen die Erforderlichkeiten der Moral. Beim Handel sind sie anständig, ehrlich, großzügig, fleißig, gerecht und bescheiden. Ihre ganze Aufmerksamkeit ist auf Allah gerichtet und auf Seine Vorschriften von Rechtmäßigkeit und Unverletzlichkeit. Allah hat den Gläubigen befohlen, beim Handeln die Rechte anderer nicht gering zu schätzen, Maße und Gewichte richtig zu handhaben und den Wert der Menschen und Waren nicht zu schmälern (Sure 11: 85 - Hud).

Allah hat in einigen Versen die Bedeutung von gerechtem Handel und gerechtem Verhalten gegenüber den Menschen, somit das Vorzeigen einer ansprechenden Moral und die Wichtigkeit, Allah zufrieden zu stellen folgendermaßen ausgedrückt:

Und gebt volles Maß, wenn ihr messt, und wägt mit richtiger Waage. So ist es vorteilhaft und letzten Endes das Beste. (Sure 17:35 - al-Isra')

Darum wiegt in Gerechtigkeit ab und verkürzt nicht das Maß. (Sure 55:9 - ar-Rahman)

Allah hat den Menschen mitgeteilt, wie sie sich bei Handel und Einkauf zu verhalten haben. Zuerst jedoch muss erwähnt werden, dass Allah mit dem Vers "...Allah hat den Kauf erlaubt, aber Zinsnehmen verboten..." (Sure 2:275 - al-Baqara) Zinsen unbedingt verboten hat. Allah hat auch die Form mitgeteilt, in der Einkäufe und das Eintreiben von Schulden vorzunehmen sind. Allah hat befohlen beim Einkaufen Schulden aufzuschreiben, um sie nicht zu vergessen, oder um sie erforderlichenfalls einzutreiben; außerdem befahl Er, Zeugen hinzu zu ziehen, an deren Ansicht man sich ebenfalls wenden können wird. (Sure 2:282 - al-Baqara)

Ein weiterer Punkt, auf den Gläubige in ihrem Berufsleben Wert legen, ist, andere Menschen um Rat zu fragen, wenn eine Entscheidung zu fällen ist, eine neue Arbeit begonnen wird oder Mängel zu beheben sind. Allah hat dies im Quran als eine der Eigenschaften von Gläubigen beschrieben.

Der Quran sorgt wie bei jeder Arbeit auch beim Handel und dem Einkauf dafür, dass für das Leben der Menschen das schönste, richtigste und leichteste geschieht. Auf diese Weise befreit er den Menschen von Stress und Krisen und zeigt ihm in der Ruhe des sich Allah Anvertrauens, des Maßnahmen Ergreifens und des Entscheidens gestützt auf die Meinung anderer, einen Weg, um in einem gesunden und entspannten Umfeld zu arbeiten.

Außerdem denkt ein Gläubiger im Arbeitsleben sehr weit und er plant kurz- und langfristig, wie auch in mehreren Stufen. So berechnet er unbedingt die folgenden Schritte einer begonnenen Arbeit, welche Anwendung für ihn auf lange Sicht zum Erfolg führen wird, sowie mögliche Alternativen. Er unternimmt alle Maßnahmen - eben weil er es für nützlich erachtet - so, dass eine Sache in ihrer weiteren Entwicklung keinen Schaden nimmt und genau entsprechend der Lösungen, die Allah im Quran bezeichnete, zu Ende gebracht wird. Während der Arbeitet bedankt er sich bei Allah, erbittet von Ihm Erleichterung der Arbeit und denkt daran, dass nur eine Arbeit erfolgreich sein kann, die Allah gewünscht hat. Er hofft, dass die Arbeit die er verrichtet, ein Weg ist, auf dem er die Zufriedenheit Allahs erreichen kann.

Unser Zeitalter brachte Erfindungen und wissenschaftliche Neuerungen, die sich die Menschen der Vergangenheit nicht vorstellen konnten. Nach der quranischen Moral ist es notwendig, für diese unvergleichlichen Möglichkeiten zu danken. Heute haben sehr weitgehende Entwicklungen im Bereich von Wissenschaft, Technologie, Transport und Kommunikation stattgefunden. Dank der Computer- und Internettechnologie ist es Menschen überall auf der Welt möglich, innerhalb von Sekunden mit einander zu kommunizieren. Dies sind selbstverständlich Wohltaten, über die tief nachgedacht werden muss. Denn die Propheten, die Allah uns im Quran als Beispiel gezeigt hat, waren Personen, die ihr Inneres ständig zu Allah wandten, die bei der Arbeit immer an Allah dachten und Ihm dankten. Allah teilt dies in der Saba' Sure folgendermaßen mit:

Sie fertigten für ihn, was er wollte: Paläste, Bildwerke, Schüsseln wie Wassertröge sowie feststehende Kessel. "Arbeitet in Dankbarkeit, o ihr vom Hause Davids! Wenige Meiner Diener sind ja dankbar." (Sure 34:13 - Saba')