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In Allem Das Gute Sehen - Harun Yahya


In Allem Das Gute Sehen


WIE DIE UNWISSENDEN DIE DINGE WAHRNEHMEN, DIE GESCHEHEN

Im allgemeinen tendieren die Leute dazu, Ereignisse entweder als gut oder als schlecht zu bewerten. Solch eine Einteilung rührt oft von ihren Gewohnheiten oder Traditionen her. Ihre Reaktionen auf Ereignisse hängen von der Art und der Ernst-haftigkeit der Ereignisse ab; wie sie sie aufnehmen wird letztendlich von gesellschaftlichen Bräuchen bestimmt.

Fast jeder hat Überreste seiner Kindheitsträume, auch noch im fortgeschrittenen Alter. Diese Pläne haben sich vielleicht nicht immer auf die Weise verwirklicht, die geplant war oder sie wurden erst gar nicht realisiert. Wir sind ständig anfällig gegenüber unerwarteten Ereignissen im Alltag. Jemand der denkt, sein Leben verlaufe völlig nach Plan, wird vielleicht irgendwann mit einer Reihe von Änderungen konfrontiert, die auf den ersten Blick negativ scheinen. Eine ansonsten gesunde Person erliegt vielleicht plötzlich einer tödlichen Krankheit oder verliert irgendeine physische Fähigkeit in einem Unfall. Eine wohlhabende Person könnte jederzeit durch unerwartete Ereignisse all ihren Reichtum wieder verlieren.

Die Reaktionen der Leute auf solche Achterbahnen von Erfahrungen können sehr unterschiedlich sein. Sie sind glücklich, so lange die Ereignisse günstig erscheinen. Doch wenn sie mit etwas Unerwartetem konfrontiert werden, fühlen sie sich enttäuscht und werden oft sogar zornig. Abhängig von der Wichtigkeit, die sie diesen Ereignissen beimessen, kann ihre Wut gefährliche Ausmaße annehmen. Diese Verhaltensweisen sind typisch für Gesellschaften der Unwissenheit.

Es gibt unter ihnen auch solche, die, wenn etwas sie enttäuscht, trotzdem sagen, dass es "etwas Gutes darin geben muss". Doch dies sind nur Worte, die sie - ohne ihre wahre Bedeutung zu verstehen - aussprechen und im Geiste weiter den gesellschaftlichen Bräuchen folgen.

Es gibt auch eine andere Gruppe von Leuten, die bereit sind, den göttlichen Zweck in banalen und unwichtigen alltäglichen Ereignissen zu entdecken. Doch wenn sie mit ernsteren Ereignissen, die ihnen vielleicht als schädlich erscheinen, konfrontiert werden, vergessen sie ihre guten Absichten schlagartig. Beispielsweise mag es einer Person keinen Frust bereiten, wenn ihr Auto auf dem Weg zur Arbeit nicht anspringen will, und sie ist bereit, das mögliche Gute in dieser Sache zu sehen. Doch wenn ihr Zuspätkommen zur Arbeit ihren Chef wütend macht oder sich als ein Grund herausstellt, ihre Arbeitsstelle gekündigt zu bekommen, dann beginnt diese Person zu jammern und zu klagen. Auf die gleiche Weise würde sie sich verhalten, wenn sie ein wertvolles Schmuckstück anstatt einer billigen Armbanduhr verlieren würde. Wie diese Beispiele zeigen, gibt es bestimmte kleine und unwichtigere Ereignisse, auf die die Leute vielleicht vernünftig reagieren oder bei denen sie bereit sind, das Gute in ihnen zu betrachten; doch andere ernstere Beispiele führen sie zu Wut und Verzweiflung.

Einige andere dagegen versuchen bloß, sich mit dieser Idee zu trösten, ohne überhaupt ein Verständnis der wahren Bedeutung vom "Sehen des Guten in allem" zu haben. Auf diese Weise, so glauben sie, können sie anderen, die in Schwierigkei-ten geraten sind, wie etwa einem Familienmitglied, dessen Unternehmen in Konkurs gegangen ist, oder einem Freund, der durch eine Prüfung gefallen ist, Mut machen und Trost spenden. Doch sobald es um ihre eigenen Interessen geht, zeigen sie nicht das kleinste Anzeichen der Betrachtung des "Guten" in der Sache und enthüllen so ihre eigentliche Unwissenheit.

Das Scheitern, das Gute in allen Erfahrungen zu sehen, stammt von einem Mangel an Glauben. Nicht zu begreifen, dass es allein Allah ist, Der jedes einzelne Ereignis im Leben vorherbestimmt hat, dass alles in Übereinstimmung mit einem bestimmten Plan geschieht und dass das Leben in dieser Welt nichts als ein Test ist, sind die Dinge, die den Menschen daran hindern, das Gute in allen Dingen, die um ihn herum geschehen, zu erkennen.

Im folgenden Teil dieses Buches werden wir diese Thematik tiefergehend besprechen. Wir werden den Glauben erforschen, der uns zur Gewissheit führt, dass etwas Gutes in allen Geschehnissen steckt und die Faktoren untersuchen, die notwendig sind, um diese guten Aspekte in den Geschehnissen zu erkennen.