HAUPTSEITE ÜBER DIESE WEBSEITE KONTAKT
Hinter den Kulissen des Golfkrieges


Hinter den Kulissen des Golfkrieges

von HARUN YAHYA


 Artikel druckenArtikel versenden

 

 

Der Irak-Krieg, der trotz des Widerstands der ganzen Welt ausgebrochen ist, wurde schon vor Jahrzehnten von israelischen Strategen geplant. Bei der Umsetzung der Strategie, die arabischen Staaten des Nahen Ostens zu destabilisieren oder zu teilen, stehen Ägypten, Syrien, Iran und Saudi-Arabien auf Israels Liste weiterer Ziele.

Während diese Zeilen geschrieben worden, hatte der Angriff der Vereinigten Staaten von Amerika auf den Irak begonnen. Trotz der Tatsache, dass die meisten Staaten der Welt, sogar die Mehrheit der Verbündeten der USA, dagegen war, war die US-Regierung fest entschlossen, den Angriff auszuführen. Wenn wir hinter die Kulissen dieser Beharrlichkeit schauen, dann scheint es, dass Israel und seine mächtige US-Lobby den größten Anteil an diesem Entschluss haben.

Die Politik des Staates Israel, den Irak zu zerstückeln, hat historische Wurzeln, die weit zurückliegen...

Israels Pläne zur Teilung des Iraks

Der Bericht "Eine Strategie für Israel in den 80er Jahren", aus in dem in hebräischer Sprache erscheinenden Magazin Kivunium (Die Richtung) des israelischen Propagandaministeriums (World Zionist Organization) zielt darauf ab, aus dem gesamten Nahen Osten einen Lebensraum für Israel zu machen. Der Bericht, geschrieben von Oded Yinon, einem israelischen Journalisten, der zuvor für das israelische Außenministerium gearbeitet hatte, beschreibt das Szenario für die Teilung des Irak folgendermaßen:

Der Irak, einerseits reich an Öl, andererseits im Inneren zerrissen, ist ein sicherer Kandidat für Israels Ziele. Seine Zersetzung ist für uns noch wichtiger als die Syriens... Der Irak unterscheidet sich grundsätzlich nicht von seiner Nachbarn, auch wenn die Bevölkerungsmehrheit aus Schiiten besteht und die regierende Minderheit aus Sunniten. 65 % der Bevölkerung haben keinen Einfluss auf die Politik, in der eine Elite von 20 % die Macht in den Händen hält. Außerdem gibt es eine große kurdische Minderheit im Norden, und nur die Stärke des an der Macht befindlichen Regimes, die Armee und die Einnahmen aus dem Ölexport bewahren die Zukunft des Irak vor einem Schicksal, dass sich ansonsten nicht von dem des Libanon in der Vergangenheit unterscheiden würde... Es ist möglich, den Irak in Provinzen aufzuteilen, die den ethnischen bzw. religiösen Unterschieden der Bevölkerung entsprechen, wie es zu Zeiten der osmanischen Herrschaft in Syrien war. So könnten drei oder mehr Staaten um die Hauptstädte Basra, Bagdad und Mossul entstehen, auf diese Weise könnten sich die schiitischen Gebiete im Süden vom sunnitischen und kurdischen Norden abspalten. i

Dies war nicht die einzige Ankündigung Israels, den Mittleren Osten einschließlich des Iraks zu teilen. Wie Israel Shahak, der angesehene israelische Wissenschaftler, bekannt für seine Bemühungen um eine friedliche Lösung im Mittleren Osten, erklärte, wiederholte Yinon nur die Ansichten der israelischen Falken.

Die Vorstellung, dass alle arabischen Staaten durch Israel demontiert und in kleine Einheiten zerlegt werden sollten, taucht im israelischen strategischen Denken immer wieder auf. Ze’ev Schiff zum Beispiel, der Militärkorrespondent von Ha’aretz (und wahrscheinlich der Bekannteste in Israel auf diesem Gebiet) schreibt über “das Beste”, das für die israelischen Interessen im Irak passieren könnte: “Die Auflösung des Irak und die Bildung eines schiitischen Staates, eines sunnitischen Staates und die Loslösung des kurdischen Teils” (Ha’aretz, 02.06.1982). Dieser Teil des Plans ist also schon sehr alt. ii

Er ist daher sehr ernst zu nehmen, und er wurde bestätigt, durch die seit Generationen andauernde Unterstützung nicht-arabischer Minderheiten in den muslimischen arabischen Staaten. Die rebellischen Kurden im Nordirak gehörten zu diesen strategischen Verbündeten Israels. Während ihrer Revolte von 1961 bis 1975 gegen das Regime in Bagdad wurden sie finanziell und militärisch durch Israel unterstützt. Die Israelis hätten es gerne gesehen, wenn die Kurden den Nordirak vom Rest des Landes abgetrennt hätten, egal wie blutig und zerstörerisch ein solcher Bürgerkrieg auch gewesen wäre. Doch 1975 schlug die Revolte fehl, nachdem ihr größter Förderer, der Schah im Iran, seine Hilfe eingestellt hatte.

Fünfzehn Jahre später ergab sich eine neue Gelegenheit für Israel, eine Gelegenheit, die sich durch den Irakischen Diktator Saddam Hussein bot.

Israels Rolle im Golfkrieg

Nach dem blutigen Krieg gegen den Iran in den 80er Jahren überfiel und besetzte Saddam Hussein Kuwait am 1. August 1990 und löste damit eine internationale Krise aus. Israel stand an der Spitze jener Kräfte, die diese Krise verstärkten. Israel war der eifrigste Unterstützer der Haltung der Vereinigten Staaten zur Invasion Kuwaits. Die Israelis sahen die Vereinigten Staaten sogar als zu moderat an und verlangten eine härtere Politik. Sie gingen soweit, dass Präsident Chaim Herzog den Einsatz von Atomwaffen forderte. Die israelische Lobby in den USA forcierte derweil einen groß angelegten Angriff auf den Irak.

Die ganze Situation ließ den Schluss zu, dass der amerikanische Angriff auf den Irak in Wahrheit im Interesse Israels geplant war. Der bekannte Kommentator Pat Buchanan fasste dies mit den Worten zusammen: „Es gibt nur zwei Gruppen, die für einen Krieg im mittleren Osten die Trommel rühren - Das israelische Verteidigungsministerium und der Club fundamentalistischer Juden in den USA.“ iii

Auch startete Israel eine ausgedehnte Propaganda-Kampagne für den Krieg. Da diese zum großen Teil im Geheimen geführt wurde, kam auch der Mossad ins Spiel. Der ehemalige Mossad-Agent Victor Ostrowsky liefert wichtige Informationen zu diesem Thema. Laut Ostrowsky wollte Israel schon lange vor der Golf-Krise zusammen mit den USA einen Krieg gegen Saddam führen. Tatsächlich begann Israel unmittelbar nach dem Iran-Irak Krieg, diesen Plan in die Tat umzusetzen. Ostrowsky berichtet, dass die Abteilung für psychologische Kriegführung des Mossad (LAP - Loh Ama Psicologit) eine effiziente Desinformationskampagne zu diesem Zweck durchführte. iv

Ein Mossad-Agent beschreibt den Golfkrieg

Ostrowsky beschreibt, wie der Mossad Agenten und Sympathisanten in verschiedenen Teilen der Welt für diese Kampagne einsetzte. Zu den Werkzeugen, die während dieser Kampagne benutzt wurden, gehörten die Raketen, die während des Iran-Irak Krieges auf zivile Ziele im Iran abgefeuert wurden. Wie Ostrowsky ausführt, war es besonders bemerkenswert, wie der Mossad den Einsatz dieser Raketen zu Propagandazwecken benutzte, wo doch diese Raketen in Wahrheit vom Mossad mit Hilfe amerikanischer Satelliten auf ihre Ziele gelenkt worden waren. Nachdem Israel Saddam bei seinem Krieg gegen den Irak unterstützt hatte, enthüllte es nunmehr seine Verbrechen. Ostrowsky schreibt:

Die Führung des Mossad wusste, wenn sie Saddam schlecht genug aussehen lassen konnte, ihn als Bedrohung für die Ölvorräte des Golfs darstellte, die er bis zu diesem Zeitpunkt verteidigt hatte, dann würden die Vereinigten Staaten und ihre Verbündeten ihn nicht davon kommen lassen, sondern Maßnahmen ergreifen, seine Armee und sein Rüstungspotential zu eliminieren, insbesondere, wenn man sie Glauben machte, dies sei ihre letzte Chance, bevor er über Atomwaffen verfügte. v

Die Israelis waren in dieser Angelegenheit und gegenüber den USA so entschlossen, dass der israelische Außenminister David Levy am 4. August 1990 eine diplomatisch verklausulierte Drohung an William Brown, den amerikanischen Botschafter in Israel richtete, indem er sagte, Israel „erwartet, dass die USA alle zu Beginn der Golfkrise selbstgesteckten Ziele erreichen werden,“ mit anderen Worten, den Irak anzugreifen. Weiter sagte Levy, wenn die USA nicht entsprechend handelte, würde Israel eigen Maßnahmen ergreifen. vi

Es war von enormem Vorteil für Israel, wenn die USA den Krieg führte und Israel völlig außen vor bleiben konnte. Genau dies geschah auch.

Israel zwingt die USA zum Krieg

Doch Israel war aktiv an der U.S.-Kriegsplanung beteiligt. US-Stabsoffiziere erhielten taktischen Rat von den Israelis dahingehend, dass "der beste Weg Saddam zu treffen, ist ein Schlag gegen seine Familie“.

Die von Ostrowsky berichtete Propaganda-Kampagne des Mossad bewirkte die notwendige öffentliche Unterstützung für den Golfkrieg. Wieder waren es Mossad Helfer vor Ort, die das Feuer an die Lunte des Golfkrieges legten. Die Firma Hill and Knowlton, geführt von Tom Lantos, einem israelischen Lobbyisten, setzte ein dramatisches Schauspiel in Szene, um Kongressmitglieder von der Notwendigkeit des Krieges gegen Saddam zu überzeugen. Turan Yavuz, ein bekannter türkischer Journalist, beschreibt den Vorfall:

9. Oktober 1990. Die Firma Hill and Knowlton organisiert eine Anhörung im Kongress über "Grausamkeiten des Irak". Eine Reihe von "Augenzeugen" behauptet, irakische Soldaten hätten Neugeborene in Krankenhäusern getötet. Eine "Augenzeugin" beschreibt die Grausamkeiten sehr detailliert, sagt, dass irakische Soldaten in einem einzigen Krankenhaus 300 Neugeborene getötet hätten. Die Kongressmitglieder sind sichtlich verstört, zum Vorteil von Präsident Bush. Später jedoch stellt sich heraus, dass die "Augenzeugin" in Wahrheit die Tochter des kuwaitischen Botschafters in Washington ist. Ihr Auftritt genügt aber für mehrere Kongressmitglieder, Saddam als "Hitler" zu bezeichnen. vii

All dies lässt nur einen Schluss zu: dass Israel eine wichtige Rolle bei Amerikas erstem Krieg gegen den Irak gespielt hat. Beim zweiten ist es nicht viel anders.

Der Vorwand vom “Krieg gegen den Terrorismus”

Im Gegensatz zur herrschenden Meinung ist der Plan, Saddam Husseins Regime mit Gewalt zu stürzen, schon lange vor der Erklärung des “Kriegs gegen den Terror” nach dem 11. September, in Washington DC gefasst worden. Der erste Hinweis auf diesen Plan tauchte 1997 auf. Eine Gruppe pro-israelischer Strategen in Washington entwarf das Szenario einer Invasion des Irak, indem sie den "neo-con" think-tank, das PNAC (“Projekt für das neue amerikanische Jahrhundert”), manipulierten. Die bekanntesten Namen des PNAC waren Donald Rumsfeld und Dick Cheney, die als Verteidigungsminister und Vizepräsident zu den einflussreichsten Beratern der George W. Bush Administration aufsteigen sollten.

Ein Artikel mit dem Titel "Irak-Invasion ist nichts neues für Bush Clique: Vier Jahre vor 9/11 war der Plan beschlossene Sache", veröffentlicht in der Philadelpia Daily News von William Brunch, deckt folgende Tatsachen auf:

Tatsächlich hatten Rumsfeld, Vizepräsident Cheney und eine kleine Gruppe konservativer Ideologen schon 1997, fast vier Jahre vor den Angriffen vom 11. September und drei Jahre, bevor Präsident Bush ins Weiße Haus einzog, eine amerikanische Invasion des Irak geplant.
Eine ominöse Gruppe rechter Politiker, die sich “Project for the New American Century (“Projekt für das neue amerikanische Jahrhundert”) oder PNAC nannte, bestehend aus Cheney, Rumsfeld, Rumsfeld’s Stellvertreter Paul Wolfowitz und Bush’s Bruder Jeb, hatte schon im Januar 1998 Präsident Clinton zu einer Invasion des Irak gedrängt. viii

Ist Öl das wirkliche Ziel?

Warum waren die PNAC-Mitglieder so wild entschlossen, den Irak anzugreifen? Der Artikel fährt fort:

Obwohl Öl der Hintergrund der politischen Stellungnahmen der PNAC-Politik zum Irak ist, so scheint es doch nicht die treibende Kraft zu sein. Ian Lustick, Professor für politische Wissenschaften an der Universität von Pennsylvania und Nahost-Experte, ein Kritiker der Bush-Politik, sagt, Öl sei für die Kriegsbefürworter das Instrument, mit dessen Hilfe sie die teure Militäroperation bezahlen wollen.

“Ich bin aus Texas, und jeder Öl-Mann den ich kenne, ist gegen eine Militäraktion im Irak”, sagt ein Herr Schmitt vom PNAC. “Der Öl-Markt kann keine Störungen gebrauchen.”

Lustick glaubt, dass Israel ein starker im Hintergrund agierender Verursacher sein könnte. Er sagte, die Falken in der Bush-Administration glauben, im Irak Stärke zu zeigen, würde die Palästinenser irgendwie dazu bringen, einen Friedensplan zu Israels Bedingungen zu akzeptieren… ix

Dies ist also der Hauptgrund für den Angriffsplan auf den Irak: Israels Nahost-Strategie zu dienen.
Dies wird auch von anderen Nahost-Experten so gesehen. Cengiz Çandar, ein türkischer Nahost-Experte, beschreibt um Beispiel die tatsächliche Kraft, die hinter dem Angriffsplan auf den Irak steht, so:

… Wer steuert den Angriff auf den Irak? Vize-Präsident Dick Cheney, Verteidigungsminister Donald Rumsfeld, Sicherheitsberaterin Condoleeza Rice. Dies sind die mächtigsten Befürworter des Angriffs. Doch der Rest des Eisbergs ist weit größer und interessanter. Es gibt eine Anzahl von "Lobbys".

Anführer dieser Lobbys ist das Jüdische Institut für Sicherheitsfragen (JINSA), rechtsstehend und pro-Likud, bekannt für seine engen Beziehungen zur amerikanischen Rüstungsindustrie. Es hat gute Beziehungen zu Lockheed-Martin, Northrop, General Dynamics und zur israelischen Rüstungsindustrie… JINSA’s Grundprinzip ist: Amerikas Sicherheit und Israels Sicherheit sind unzertrennlich. Mit anderen Worten, sie sind ein und dasselbe.
JINSA’s Ziel ist nicht allein, das Saddam Regime im Irak zu stürzen: Es unterstützt auch den Sturz der Regierungen in Saudi-Arabien, Syrien, Ägypten und Iran nach der Logik des “totalen Krieges” und der anschließenden Etablierung von “Demokratie”… Mit anderen Worten, Die Gruppe der “Falken” in Washington besteht aus einer Anzahl amerikanischer Juden, die auf derselben Wellenlänge sind wie die rechtsextremen Fraktionen in Israel. x

Die Israelische Strategie für den Muslimischen Mittleren Osten

Kurz, es gibt Kräfte in Washington, die einen Krieg herbeiführen wollen, zuerst gegen den Irak, dann gegen Saudi-Arabien, Syrien, Iran und Ägypten. Das herausragende Kennzeichen dieser Kräfte ist, dass sie Hand in Hand arbeiten mit der israelischen Lobby, teilweise sogar identisch sind mit ihr.

Auch wenn sie von "Amerikanischen Interessen" sprechen, diese Leute unterstützen tatsächlich israelische Interessen. Eine Strategie des Krieges gegen den gesamten Nahen Osten und dadurch alle Menschen der Region gegen sich aufzubringen, kann nicht zum Vorteil der Vereinigten Staaten sein. Eine solche Strategie ist nur dann möglich, wenn die USA durch die israelische Lobby, die einen unglaublich großen Einfluss auf die amerikanische Außenpolitik hat, an Israel gebunden sind.

Aus diesen Gründen steht hinter der Strategie, die nach dem 11. September in Gang gesetzt wurde und die darauf zielt, die gesamte islamische Welt neu zu ordnen, Israels Absicht, den Mittleren Osten zu beherrschen.

Seit ihrer Staatsgründung haben die Israelis vorgehabt, den Mittleren Osten zu restrukturieren und ihn im Sinne von Israels Sicherheit zu lenken. Natürlich ist der Wunsch nach Sicherheit legitim, doch der Weg, den Israel wählte um dieses Ziel zu erreichen, ist falsch: Von Anfang an entschied Israel sich dafür, seine Sicherheit durch einen “eisernen Vorhang” herzustellen, der es von den Arabern trennte, vor allen Dingen aber das Land schützte, das Israel durch Invasion, Kolonisierung und eine Entvölkerungspolitik besetzt hält. Diese Strategie des Wind säen hatte die Konsequenz eines Jahrhunderts konstanter Konfrontation zwischen Israelis und Arabern. Hätte Israel einen friedlichen Weg eingeschlagen seine Existenz zu sichern, durch den Aufbau guter Beziehungen mit seinen arabischen Nachbarn und von Aggression Abstand genommen, könnten Juden und Muslime friedlich im Mittleren Osten zusammen leben, wie sie es schon zuvor über Jahrhunderte hinweg getan hatten.

Doch die radikale zionistische Ideologie verweigert immer noch jede Chance zum Frieden und versucht, gnadenlos im gesamten Mittleren Osten einen "Lebensraum" für Israel zu schaffen.

Zu diesem Zweck hat es in den vergangenen Jahren seinen Einfluss in den Vereinigten Staaten geltend gemacht, und es bestimmt in hohem Maß die Politik Washingtons im Nahen Osten. Das Klima nach dem 11. September gab Israel die Gelegenheit, nach der es gesucht hatte. Pro-israelische Ideologen, die über Jahre hinweg die Lüge verbreitet hatten, der Islam selbst - und nicht einige militante Radikale, die sich hinter dem Islam verstecken - stelle eine Bedrohung für den Westen und die Vereinigten Staaten dar und die der fehlgeleiteten Theorie vom “Zusammenprall der Kulturen” anhingen, haben nach dem 11. September versucht, die Vereinigten Staaten gegen die islamische Welt aufzuhetzen. Schon 1995 schrieb Israel Shahak von der Jerusalemer Hebrew University über die Besessenheit des ehemaligen israelischen Premierministers Rabin von der “Idee eines von Israel geführten antiislamischen Kreuzzugs” Nahum Barnea, ein Kommentator der israelischen Tageszeitung Yediot Ahronot, sagte in demselben Jahr, dass Israel Fortschritte mache dabei, “zur Vorhut im Krieg gegen den islamischen Feind zu werden”. xi

In den darauf folgenden Jahren machten die israelischen Falken ihre Absichten nur noch deutlicher. Das politische Klima nach dem 11. September bereitete den Boden, um diese Absichten Realität werden zu lassen.

Der einzige Weg zum Weltfrieden: Eine islamische Union

Die Situation kann folgendermaßen zusammengefasst werden: Israels Ziel ist es, den Nahen Osten nach seinen eigenen strategischen Interessen neu zu ordnen. Um dies tun zu können, um den Nahen Osten zu regieren, eine der sensibelsten Gegenden der Welt, braucht es eine Weltmacht. Diese Macht sind die Vereinigten Staaten, und die israelischen Falken versuchen dank ihres Einflusses dort, eine militante amerikanische Strategie gegen die islamische Welt zu initiieren. Obwohl Israel ein kleiner Staat ist mit einer Bevölkerung von nur 4,5 Millionen Menschen, dirigieren die Pläne der israelischen Strategen und ihrer Helfer im Westen die Geschicke der Welt.

Was muss angesichts dessen getan werden?

1. “Gegenlobby-Aktivitäten” müssen unternommen werden angesichts des Einflusses der israelischen Lobby in den Vereinigten Staaten, um einen Dialog zwischen den USA und der islamischen Welt herbeizuführen und friedliche Lösungen für den Irak und ähnliche Probleme zu suchen. Ein großer Teil der Bevölkerung der Vereinigten Staaten will, dass ihr Land eine faire Nahost-Politik betreibt. Viele Staatsmänner, Strategen, Journalisten und Intellektuelle haben dies zum Ausdruck gebracht, und es sollte eine "Friede zwischen den Kulturen" Bewegung ins Leben gerufen werden, die eine solche Politik unterstützt. Das Angebot an die US-Regierung, friedliche Lösungen zu suchen, muss auf Regierungsebene und auf der Ebene zivilgesellschaftlicher Nicht-Regierungsorganisationen erfolgen.

2. Die Versöhnung zwischen Israel und dem muslimischen Mittleren Osten muss angestrebt werden. Es gibt viele, die den Frieden wollen, auch in Israel. Viele israelische Staatsmänner, religiöse Führer, Meinungsbildner und viele Juden auf der ganzen Welt drängen den israelischen Staat, mit der brutalen Besetzung aufzuhören und einen gerechten Frieden zu akzeptieren, um mit seinen arabischen Nachbarn zusammenleben zu können. Eine Kooperation mit ihnen, insbesondere auf ökumenischer Ebene sollte initiiert und ermutigt werden. Eines sollte nie vergessen werden: Radikalismus, Feindschaft und Gewalt sind schlecht für alle Beteiligten.

3. Parallel dazu muss ein Projekt vorangetrieben werden, dass alle Probleme zwischen der islamischen Welt und dem Westen lösen kann, und sich mit der Zersplitterung, dem Leiden und der Armut in der islamischen Welt befasst und all dies vollständig ändert: Eine islamische Union. Jüngste Entwicklungen haben gezeigt, dass die ganze Welt, nur nicht der islamische Teil, dringend einer islamischen Union bedarf. Diese Union sollte die radikalen Elemente in der islamischen Welt besänftigen und gute Beziehungen zwischen den muslimischen Ländern und dem Westen - besonders den USA - herbeiführen.

Diese Union kann auch dabei helfen, eine Lösung für die Ursache aller Probleme zu finden, den arabisch-israelischen Konflikt. Wenn Israel sich auf die Grenzen von 1967 zurückzieht, und wenn die Araber das Existenzrecht Israels anerkennen, dann kann es wirklichen Frieden geben im Nahen Osten, und Juden und Muslime - beide Kinder Abrahams, die an den einen wahren Gott glauben - werden zusammenleben können im heiligen Land, wie sie es bereits in vergangenen Jahrhunderten getan haben. Dann würde Israel keine Strategie der Destabilisierung und Teilung der arabischen Staaten brauchen, und es würde nicht die Folgen der Besetzung in Form von Terrorismus zu ertragen haben und brauchte nicht mehr in konstanter Furcht vor der Vernichtung zu leben. Dann könnten alle, Israelis, Iraker und Palästinenser in Sicherheit und Frieden aufwachsen. Dies wäre ein Naher Osten, den jeder geistig gesunde Mensch zu sehen wünscht.

 



i- (ed.) Israel Shahak, Der zionistische Plan für den Mittleren Osten, aus Oded Yinons' "Eine Strategie für Israel in den 80er Jahren (A Strategy for Israel in the Nineteen Eighties)", veröffentlicht von der Gesellschaft der arabisch-amerikanischen Hochschul-Absolventen Inc., Belmont, Massachusetts, 1982 Special Document Nr. 1 (ISBN 0-937694-56-8); http://www.geocities.com/roundtable_texts/zionistplan.html
ii - (ed.) Israel Shahak, Der zionistische Plan für den Mittleren Osten (The Zionist Plan for the Middle East); http://www.geocities.com/roundtable_texts/zionistplan.html
iii -http://www.infoplease.com/spot/patbuchanan1.html
iv - Victor Ostrovsky, The Other Side of Deception, S. 252-254.
v- Victor Ostrovsky, The Other Side of Deception, S. 254
vi - Andrew und Leslie Cockburn, Dangerous Liaison, S. 356.
vii - Turan Yavuz, ABD'nin Kürt Kart? (Die kurdische Karte Amerikas), S. 307
viii - William Bunch, Philadelphia Daily News, 27.01.2003
ix - William Brunch, "Die Invasion des Irak ist nichts Neues für die Bush-Clique" (Invading Iraq not a new idea for Bush clique), Philadelphia Daily News, 27.01.2003 x - Cengiz Çandar, "Der Irak und die "Freunde der Türkei" Amerikanische Falken", Yeni Safak , 03.09.2002
xi - Israel Shahak, "Der Niedergang von Rabin's Popularität hat mehrere Gründe" (Downturn in Rabin's Popularity Has Several Causes), Washington Report on Middle East Affairs, März 1995
.