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Artikel - Israels Absichten Für Die Al-Aksa-Moschee
Israels Absichten Für Die Al-Aksa-Moschee

von HARUN YAHYA


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Nach einem langen Zeitabschnitt wurde innerhalb des letzten Monates in den Strassen vom Jerusalem wiederum Blut vergossen. Die Visite auf der moslemischen Al-Aksa-Moschee in Jerusalem des israelischen fanatischen Politikers, des alten "Libanon-Schlächters" Ariel Scharon hat bei den palästinensischen Muslimen eine sehr berechtigte Reaktion verursacht und danach startete ein großer Massaker. Die israelischen Soldaten haben mit echten Kugeln die Palästinenser geschossen und wieder haben unschuldige Palästinenser ihr Leben durch israelische Geschosse verloren. Die Zusammenstöße haben sich plötzlich verbreitet und die Zahl der Toten war sprunghaft angestiegen.

Mehrheit der Verfasser die dieses Thema kommentieren, sind der gleichen Meinung, dass Ariel Scharon eine offene Provokation durchgeführt hat. Das heißt, dass er die Palästinenser bewusst, aufgehetzt und diese Ereignisse verursacht hat. Ja aber was ist der Zweck dieser Provokation? Was wollen die Fanatiker der israelischen Politik und Gesellschaft, die von Ariel Scharon vertreten werden, durch diese Provokation erreichen?

Das der Ort dieser Provokation die Al-Aksa-Moschee ist, bringt die Antwort dieser Frage selbständig aufs Tapet. Denn die Al-Aksa-Moschee, die die Juden als "Tempelgipfel" (Temple Mount) benennen, ist ein Ziel, das von meisten Juden als das wichtigste Symbol des zionistischen Traums angesehen wird.

Um zu verstehen, wie wichtig dieses Ziel für die radikalen Juden ist, muss auf die Geschichte des Zionismus einen Blick geworfen und der Zustand der Al-Aksa-Moschee in dieser Geschichte begriffen werden.

Der "Messias" Glaube der Zionisten

Es ist eine weit verbreitete Erzählung, dass der am Ende des 19. Jahrhunderts als eine politische Bewegung auftauchender Zionismus, von den nationalistischen, modernen und laizistischen Juden vorgebracht wurde und dass es folglich keine "religiöse" Bewegung sei. Aber diese Erzählung gibt die Wahrheit nur teilweise bekannt und es existiert noch eine andere übersehende Seite.

Dieses ist eine Bewegung, die auch mit "religiösem Zionismus", anders benannt mit "rechtem Zionismus" oder "revisionistischem Zionismus" in einem ziemlich engen Zusammenhang steht. Der religiöse Zionismus hat die Gründung von Israel anders interpretiert, als der laizistische Zionismus, der die Gründung eines jüdischen Staats sich nur als eine nationale Bewegung ansieht, fasst der religiöse Zionismus sie im Rahmen des traditionellen "Messias" Glaube in der jüdischen Religion auf.

Entsprechend dieses Glaubens sind die Juden ein übertreffendes Volk, das von Allah ausgewählt wurde, und sie besitzen das Recht, andere Völker zu führen. Aber dieses "Recht" ist von den anderen Völker gewaltsam weggenommen worden. Und sie können dieses Recht nur wieder zurückgewinnen und "die Herrschaft des ausgewählten Volks" verwirklichen, wenn der erwartete Messias aus Davids Dynastie, auf die Erde kommt und mit der Führung der Juden ein Königtum bildet, dessen Zentrum "Jerusalem" ist.

In der tausendjährlichen Geschichte der Juden wird Messias immer erhofft. Diese Erwartung vergrößerte sich jedoch am meisten nach dem Jahr n.Chr. 70, nachdem sie von den Römern aus dem Jerusalem verjagt wurden. Im Jahr 70 haben die Römer den Tempel "Salomo" in Jerusalem zum zweiten Mal niedergerissen, grossteil der Juden ermordet und die überbleibenden in die Verbannung geschickt. Vom Tempel ist nur eine Wand zurückgeblieben und diese wurde zur Erinnerung dieser Katastrophe in die Klagemauer umgewandelt. Nach dem Glaube wird der erhoffte Messias den Tempel wieder erbauen und von hieraus die ganze Welt beherrschen.

Aus diesem Grund sind das Erscheinen des erhofften Messias und das Wieder-Erbauen des Tempels in Jerusalem zwei "Gelöbnisse", die sich miteinander in einem engen Zusammenhang befinden.

Die Auslegungen des religiösen Zionismus über Messias und den Tempel

Mit der Entstehung des politischen Zionismus haben die Juden eine seriöse Aktion gestartet, um nach 19 Jahrhunderten nach Jerusalem zurückzukehren. Diese Rückkehr besaß zwischen den Frommen eine große Bedeutung. Ihrer Meinung nach war in der Tatsache der Zionismus, als eine politische Bewegung, ein Zeichen, dass die messianische Periode bald beginnen wird. Nach Abraham Izchak Hakohen Kuk, Rädelsführer der "religiösen Zionisten", sind die im Jahr 1917 veröffentlichte Balfour Deklaration, die als eine öffentliche englische Unterstützung für den Zionismus angesehen wird und die jüdischen Einwanderungen nach Palästina und auch die Unterstützung der großen Staaten für die Zionisten; Alle Zeichen, dass Messias bald kommen wird. Die Israeliten lebten in der messianischen Periode und worauf sie jahrhundertelang gewartet haben, das würde sich bald verwirklichen. Jedoch um dieses Ziel zu erreichen, müssen bevor der erhoffte Messias zurückkommt, drei Missionen von den Juden erfüllt werden, -drei Missionen die für den Messias das passende Milieu vorbereiten. Die Universal Jewisch Enzyklopädie erklärt diese Missionen wie unten:

Mit der Entstehung des politischen Zionismus wurde, die von Rabbiner Hirsch Kalischer entwickelte Theorie auch von den anderen Rabbinern angenommen. Entsprechend dieser Theorie würde der Prozess des Rückkommens von Messias mit natürlichen Geschehnissen beginnen: Der Wunsch der Juden, in Palästina zu siedeln und die freiwillige Unterstützung der anderen Nationen. Die Bedingungen, die für das Aufkommen von Messias und die Verwirklichung der erhofften Wunder vorhanden sein müssen, waren diese: Dass auf dem Gelobtem Land sich viele Juden in ausreichender Zahl niederlassen und einen Staat gründen; dass Jerusalem erobert wird und dass der Tempel wieder-erbaut wird. (The Universal Jewish Encyclopedia, Band 7, S. 502)

Die erste Bedingung dieser drei Missionen, die Zunahme der jüdischen Bevölkerung auf dem Gelobten Land, wird seit dem Anfang dieses Jahrhunderts von den Führern der zionistischen Bewegung durchgeführt. Der Staat wurde im Jahr 1948 gegründet. Die zweite Bedingung nämlich die Eroberung von Jerusalem ist im Sechs-Tage-Krieg im Jahr 1967 erfüllt worden. Im Jahr 1980 wurde Jerusalem als die ewige Hauptstadt von Israel veröffentlicht...

Dementsprechend fehlt nur eine einzige Bedingung dieser drei Missionen, welche die Heimkehr von Messias verschaffen werden, nämlich das Wieder-Erbauen des Tempels. Jedoch existiert ein sehr wichtiges Hindernis für das Erbauen des Tempels. Auf dem Plateau, wo sich früher der Alte Tempel befand, stehen heute zwei islamische Gotteshäuser: der Felsendom und die Al-Aksa-Moschee. Damit der Tempel wieder erbaut werden kann, müssen diese zwei Gotteshäuser abgerissen werden. Die einzige Sperre dagegen sind die Muslimen in der Welt. Solange sie existieren, wird niemals erlaubt, dass die Israelis diese zwei Moscheen niederreißen...

Also, der Grund der blutigen Zusammenstöße die wir in dieser letzten Woche in den Straßen Jerusalems erlebt haben, verbirgt sich in dieser Tatsache.

Der Tempel und Likud

Die Linken des Zionismus haben sich nach der Gründung des Staates Israel in die Arbeiterpartei umgewandelt. Die Arbeiterpartei war die Partei, die den Staat gegründet hat und regierte ununterbrochen bis zum Jahr 1977. Gleichwohl hat sich der oben erwähnte "religiöse Zionismus" mit dem, immer faschistische Eigenschaften tragenden "revisionistischen Zionismus" vereinigt und mit der Gründung Israels die Partei "Herut" gebildet. Diese radikale Partei hat sich mit ein paar kleinen Parteien zusammengeschlossen und am Anfang der siebziger Jahren den Namen "Likud" genommen. Der jenige, der die Partei Herut gebildet, dann zur Likud umgewandelt hat und nach der Besetzung von Libanon im Jahr 1982 immer an der Regierung geblieben ist, war Menachem Begin. Menachem Begin, der als "größte Führer des israelischen Rechten Flügels" betrachtet wird. Begin wurde von Yitzhak Schamir verfolgt. Nach den bekanntesten Namen wie Menachem Begin und Yitzhak Schamir wurde allgemein für die israelischen Rechtstehenden und für die Likud die geehrteste Person fast immer Ariel Scharon. Als Scharon, im Jahr 1982 während der israelischen Besetzung Libanons zweitausend Palästinenser auch Kinder und Frauen in den Flüchtlingslagern von "Sabra" und "Schatila" erbarmungslos ermordete, wurde er in den Augen der fanatischen Zionisten ein großer Held.

Der geheime "Megalo-Gedanke" des israelischen rechten Flügels, die von den Namen wie Begin, Schamir und Scharon vertreten werden, war immer das Wieder-Erbauen des "Jerusalem Tempels". Damit dieser Tempel erbaut werden kann, muss der Felsendom und die Al-Aksa-Moschee niedergerissen werden.

Tatsächlich haben die israelischen Rechten einmal versucht, dieses Ziel mit Hilfe einer Organisation namens "Machteret Yehudit" zu erfüllen, die sie im Hintergrund unterstützt haben.

Der Versuch der Juden, die Al-Aksa-Moschee niederzureißen

Am 27 April 1984 ist in Israel die Existenz einer ziemlich interessanten Organisation aufgetaucht. Die Mitglieder dieser Terrororganisation namens Machteret Yehudit (Jüdische Bande) hatten einen Plan entworfen, fünf Passagierautobusse voll mit arabischen Passagieren zur Explosion zu bringen; aber da dieser Plan im letzten Augenblick entdeckt wurde, wurden sie verhaftet. Jedoch hatten sie schon in der Vergangenheit wichtige Taten durchgeführt; im Jahr 1980 haben sie zwei arabische Bürgermeister mit Bomben in ihren Autos ermordet, im Jahr 1983 haben sie mit Waffen das Islamische Gymnasium in der Stadt Hebron angegriffen und drei Schüler erschossen, dreiunddreißig Schüler verletzt.

Aber nach einer kurzen Zeit wurde erfahren, dass Machteret Yehudit auf dem Weg ist eine noch viel größere Tat zu verwirklichen. Die Organisation hatte einen detaillierten Plan entworfen, um die Felsendom- und die Al-Aksa-Moschee in die Luft zu sprengen. Der architektonische Bau der Moscheen wurde professionell untersucht, aus einer militärischen Garnison der Golanhöhen wurde Explosionsstoffe in großen Mengen gestohlen. Um den Felsendom sprengen zu können, ohne der Umgebung Schaden zu verursachen, ist geplant worden 28 Bomben an bestimmten Stellen der Kuppel einzurichten. Sie hatten Tränengasbomben und Schusswaffen mit Schalldämpfer vorbereitet, um die unbewaffneten moslemischen Wächter der Al-Aksa-Moschee bei Notwendigkeit zu erschießen. Mehr als 20 Verfechter der Organisation Machteret Yehudit sollten bei diesem Attentat teilnehmen. Diese Operation wurde wohl von den israelischen Autoritäten verhindert, jedoch war das eine unwillige Verhinderung. Denn die Mitglieder der Machteret Yehudit haben eigentlich nur versucht eine Attentat durchzuführen die sowieso von vielen Menschen begehrt wird, falsch war nur der unpassende Zeitpunkt und ihre Ungeduld. Aus diesem Grund hat die Likud Regierung eine geheime Sympathie für die Organisation Machteret Yehudit und für ihren Plan empfunden. Das Gericht von Israel hat diese Tat, die entsprechend den Gesetzen als eine Straftat angesehen wird, normalerweise bestraft, aber der folgende Tag nach dem gerichtlichen Urteil konnte der Premierminister Yitzhak Schamir über die Mitglieder von Machteret Yehudit schon so sagen: "Alle diese sind wunderbare Menschen, aber sie haben einen Fehler gemacht."

Nach den Auslegungen des amerikanischen jüdischen Journalisten Robert Friedmann haben die israelischen Autoritäten dieses Attentat für eine bestimmte Zeit nicht verhindert, obwohl sie eigentlich über diesen Plan der Organisation für die Al-Aksa-Moschee Bescheid wussten; jedoch nachdem sie bemerkten, dass dieser Plan den Medien bekannt wurde und dass seine Folgen sehr gefährlich sein konnten, haben sie den Plan verhindert und die Mitglieder von Machteret Yehudit verhaftet. Ohnehin, dass die verhafteten Mitglieder der Machteret Yehudit nach kurzer Zeit freigelassen wurden, war auch ein Beweis dieser Tatsache. Die Likud Partei, besonders die Falken der Likud wie Ariel Scharon hatten die Meinung, dass dieses Attentat nur aufgrund ihrer Methode und Zeit fehlerhaft war, aber die grundlegende Logik war richtig.

Eine andere Methode war, den Untergrund der Moschee auszuhöhlen. Im folgenden Jahr nach dem Auftritt der Organisation Machteret Yehudit, im Jahr 1985 hat die israelische Regierung manche Ausgrabungsuntersuchungen an der unteren Seite der Al-Aksa-Moschee beschleunigt. Auf diese Weise sollte die Unterfläche der Moschee ausgehöhlt werden, danach konnte sie sogar nur durch eine schwache Erschütterung selbständig abreißen.

Die wöchentliche türkische Zeitschrift Aksiyon hat, in ihrer Ausgabe am 13-19 Mai 1995 unter der Schlagzeile "Israel reißt die Al-Aksa-Moschee nieder!", dieses Thema behandelt, sie hat die verborgenen Ausgrabungsuntersuchungen im Untergrund der Moschee dokumentiert. Der amerikanische Archäologe Gordon Franz, der jahrelang in Jerusalem gearbeitet hat, berichtet entsprechend seinen Beobachtungen über dieses Thema diese Sätze:

Über was ich ganz sicher bin ist, dass die Juden, die das Ziel verfolgen, den Tempel wieder zu erbauen, diese zwei Moscheen unbedingt abreißen wollen. Ich besitze keine Bestimmte Idee wie sie diesen Abriss durchführen werden, aber es wird bestimmt erfolgen. Sie werden diese Moscheen niederreißen und anstelle von denen hier einen Tempel erbauen. Wann und wie sie es tun werden, weiß ich nicht; aber sie werden es tun. (Grace Halsell, Prophecy and Polticss: Militant Eevangelists on the Road to Nuclear War, Connecticut: Lawrence Hill & Company, 1986, S. 105)

Der Priester James E. DeLoach aus der zweiten baptistischen Kirche in Houston erklärt, dass alle Juden die Moscheen niederreißen und den Tempel erbauen wollen, aber nicht durch radikalen Methoden wie die von Machteret Yehudit, sondern genauso wie im Bericht der Zeitschrift Aksiyon betont wurde:

"Es ist eine Tatsache, dass alle Juden die ich kenne sehen wollen, das diese Moscheen abgerissen werden. Aber wie sie mir erzählt haben, wird dieses Abreißen durch eine Bewegung von Gott, z.B. durch ein Erdbeben oder etwas Ähnliches sich in die Tat umsetzen." (Ibid., S. 99)

Ja, genau das ist die grundlegende Logik der radikalen Rechten in Israel. Das Ziel ist, den Tempel in jedem Fall zu erbauen, denn das Kommen des erhofften Messias hängt daran ab. Für das Erbauen des Tempels müssen die islamischen Moscheen vernichtet werden. Der jüdische Staat hat die Frist dieses Attentats verlängert, indem sie den Untergrund der Al-Aksa-Moschee aushöhlen. Vielleicht erwarten sie dann nach diesen Vorbereitungen ein kleines Erdbeben!

Das Ergebnis

Genau der Grund warum die Radikalen in Israel das Thema "Jerusalem" immer zu einer Kriegsursache führen, und warum sie Terroranschläge gegenüber den Muslimen in diesem Bezirk durchführen, ist diese fixe Tempelidee. Auch Ariel Scharons provokanter Auftritt, um die Palästinenser aufzuhetzen und die von ihm absichtlich verursachten neuen blutigen Schlachten, hängen mit dem Tempeltraum des Zionismus zusammen. Solche Provokationen werden ausgeübt, um eine wahrscheinliche Einigkeit zwischen Israel und den Palästinensern in eine unmögliche Situation zu tragen und den Fortgang der Spannungen, Schlachten und Unruhe in diesem Bezirk zu sichern. Jedoch existiert eine Tatsache, die die israelischen Radikalen, welche die Absicht haben, den ganzen Mittleren Osten in blutigen Unruhen zu tragen, überhaupt nicht wissen: Wenn sie einen Plan schmieden, hat sicherlich auch Allah einen Plan.